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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

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Kraft, die den Bewohnern Oesterreichs inne wohnt, auch tüchtig zu ver- 
werthen in der Lage sein werden. Aber dazu brauchen wir nicht blos 
die Hilfe der Künstler, der Lehrer und der Chemiker, sondern auch des 
intelligenten Patriotismus der Besteller aller Schichten des österreichi- 
schen Staatskörpers, in dem Masse, wie es in Frankreich der Fall ist. 
R. v. E. 
Die königliche Kunstqewerbeschule zu Dresden. 
Die moderne Strömung auf kunstgewerblichem Gebiete und die all- 
seitig sich aufdrängende Thatsache, dass Deutschland unter den Ländern 
Westeuropzfs auf dem Gebiete der Kunstindustrie mit auf der letzten Stufe 
steht, veranlassten auch die königlich sächsische Staatsregierung Massregeln 
zu ergreifen, um diesem betrlibenden Uebelstande zu steuern, nachdem 
Oesterreich, Baden, Preussen schon früher diesen Weg beschritten und in 
Dresden keine Aussicht vorhanden war, auf der Basis der freien Vereini- 
gung Privater ein Institut entstehen zu sehen, das jenen Zwecken nach- 
strebte. Reiche Mittel gewährend, liess die königliche Regierung aus der 
bereits vorhandenen Schule für Modelliren, Ornamenten- und Musterzeichnen 
die königliche Kunstgewerbeschule hervorgehen und stellte an die Spitze 
derselben, mit sicherem Blick das Richtige wählend, einen Architekten, 
der sich durch seine Arbeiten an der und für die Wiener Weltausstellung 
bereits einen guten Namen erworben hatte, den Professor C. Graf f. Oester- 
reich hat durch seine frisch in's Leben greifende Kunstgewerbeschule und 
durch seine über das ganze Reich verbreiteten Fachschulen im Laufe eines 
Jahrzehnts bereits einen so hohen Aufschwung genommen, dass es sich 
bereits neben die ihm vorausgegangenen Pionniere der Kunstindustrie 
Frankreich und England stellen darf. Nach so augenscheinlichem Erfolge 
kann es nicht Wunder nehmen, wenn die Einrichtungen dieser Schule als 
Vorbild für die in Dresden neu zu schaffende genommen wurden und ob- 
gleich Letztere nunmehr in gegenwärtiger Form erst zwei Jahre existirt, 
so zeigten doch schon die Münchener Ausstellung und neuerdings die 
Amsterdamer Ausstellung, dass sich bereits ein Einfluss der Schule und 
ihrer Angehörigen auf die Kunstindustrie Sachsens, in erster Linie Dresdens, 
fühlbar macht. Es ist dies hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben, 
dass sämmtliche Fachlehrer der Schule neben ihrer Lehrthätigkeit für die 
Kunstindustrie beschäftigt sind, mit der Praxis in Contact stehen; nament- 
lich aber der unermüdeten Thätigkeit des Directors auf diesem Felde, wo- 
für die Sammlung seiner Entwürfe für alle Zweige des Kunstgewerbes 
einen überraschenden Beleg gibt. Der Einfluss der Schule auf die Kunst- 
gewerbe wird am besten illustrirt durch die Abtheilung des Kunstgewerbe- 
museums für moderne Erzeugnisse sächsischer Kunstindustrie, die auf 
Antrag der Mitglieder des Dresdner Kunstgewerbevereines entstand. Dieser
	        

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