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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIII (1878 / 155)

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Als Unterrichts- und Bildungsmittel sind neben den Zeichenvorlagen 
vorhanden: Eine grosse Anzahl Gypsabglisse, die den Zwecken der 
Schule gernäss nicht blos die gewöhnlichen Gypse zum Unterricht im 
Plastischen geben, sondern vorzugsweise kunstgewerbliche Gegenstände zur 
Anschauung bringen. 
Die Bibliothek, bestehend aus den besten Erscheinungen auf 
kunstgewerblichem Gebiete, sowohl älterer Herausgaben als den Producten 
der fruchtbaren Gegenwart. Zur Zeit sind circa 7oo Werke vorhanden 
und täglich wird Neues erworben. Zur Bibliothek gehören: 
Die Vorbildersammlung, die nach den verschiedenen Kunst- 
gewerben sachlich und chronologisch geordnet circa 8000 Abbildungen 
mustergiltiger Gegenstände enthält und die Ornamentstich-Samm- 
lung mit circa zooo Nummern. Holzschnitte und Kupferstiche aus der 
Zeit der Frührenaissance bis zur Epoche Louis XVI. Die Bibliothek ist 
Schülern und Fremden unentgeltlich zugängig an den Wochenabenden 
6-8 Uhr, Dienstag und Freitags 10-12 Uhr, Sonntags r i-r Uhr. 
In Verbindung mit der Schule und in erster Linie als Bildungsmittel 
für dieselbe bestimmt ist das Kunstgewerbernuseum, gebildet aus 
Möbeln, keramischen Erzeugnissen, Arbeiten in edlem und unedlem Metall, 
Gläsern, Webereien, Stickereien, Posamenten, Nadelspitzen, Flechtarbeiten, 
Klöppelspitzen (circa 7000 Nummern) und die Abtheilung für moderne 
sächsische Erzeugnisse. 
Das Museum ist für Schüler der Anstalt und Mitglieder des Dresdner 
Kunstgewerbevereines unentgeltlich geöEnet an den Wochentagen von 
ro-z, Sonntags von ri-z Uhr. Fremde zahlen an den Wochentagen 
25 Pf. Eintrittsgeld. 
Durch das Museum sowohl, als durch alle übrigen Sammlungen der 
Schule weht der Geist der deutschen Renaissance, die sich neuerdings aus 
dem Gemisch der verschiedenen Stylrichtungen, denen die Institute für 
Hebung der Kunstindustrie huldigten, mehr und mehr als die lebensfähigste 
und unserer Zeit entsprechendste Richtung Bahn bricht und zu der auch 
Institute sich bekennen, die früher andere Style bevorzugten. 
Mag das Institut auf der eingeschlagenen Bahn richtig weiterschreiten, 
sich nicht durch kleine Hindernisse zurückschrecken lassen und unter dem 
freundlichen Schutze der Regierung dazu beitragen, dass Deutschland nicht 
blos gross sei durch Blut und Eisen, sondern auch auf dem Felde der 
Kunst wieder zu der einstigen Höhe sich emporschwinge, von der uns so 
reiche Ueberreste früherer Jahrhunderte predigen. E. K.
	        

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