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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

wie jener am Piaristen- 
platz, vermögen durch 
die Abmessungen zu 
wirken, oder wie jener 
im Hofe des Bäcken- 
häusels gut in grüne 
Umgebungen zu stim- 
men. Manchmal zeigte 
der mittlere Aufbau 
Formen, die an den 
Grabsteintypus gemah- 
nen (Sobieskyplatz), wie 
ihn die antikisierende 
Richtung liebte. Immer 
aber ist zu erkennen, 
daß ein sicherer Ge- 
schmack in der Wahl 
der Verhältnisse und 
des Materials lebendig 
ist, der bei aller Be- 
schränkung undVerein- 
fachung oder vielleicht 
gerade deswegen, sein 
Ziel erreicht, dekorativ 
zu wirken. In solcher 
Einfachheit liegt meist 
mehr Monumentalität 
trotz bescheidener Ab- 
messungen, wie in der 
Unruhe reicher Werke 
späterer Tage. In ihr ruhen gewisse Stimmungswerte verborgen, deren Ge- 
heimnis nicht aus dem Detail des einzelnen Denkmals, sondern aus dem 
Zusammenhang eines Platzbildes, der ganzen Raumwirkung hervorgeht. 
Es konnte natürlich nicht fehlen, daß auch die reizvollen kleinen Hofan- 
lagen der Vorstadthäuser ihren Brunnenschmuck erhielten. In der Westbahn- 
Straße (Nr. 8) ist noch ein solches kleines Werk der Plastik erhalten, bei dem 
die populäre Figur einer Wasserausträgerin mit ihrer I-Iolzbutte geschickt 
verwendet wurde, den Wasserauslauf in der Mitte eines gegen den Garten 
zu offenen Hofes zu betonen. 
In diesen Werken klingt die letzte Periode heimischer Kunsttätigkeit 
aus, der Einheitlichkeit, Zusammenhang mit einer alle Tätigkeit beherrschen- 
den Überzeugung zugesprochen werden kann, deren Äußerungen tiefer 
wurzeln als jene in ihrer Richtung und Meinung so schwankenden, wenn auch 
oft glänzenden Schöpfungen der nächsten Zeit. 
II. Wandbrunnen am alten Akademiegebäude (1755)
	        

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