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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

korrekten Notbehel- 
fes, doch litt die Stil- 
echtheit bei der Far- 
benwahl leider Schiff- 
bruch. Anstatt der 
leuchtenden, klaren 
Farben eines roma- 
nischen Emails oder 
Glasgemäldes waren 
moderne gebrochene 
Töne, viel Braun, 
Gelb und Olivgrün 
vorherrschend, an der 
ungewöhnlich sorg- 
fältigen Ausführung 
derLederauflagen so- 
wohl wie des zise- 
lierten und bemalten 
Goldschnitts konnte 
man allerdings seine 
Freude haben. Neben 
diesertechnischhoch- 
stehenden Leistung 
behaupteten sich die 
einfacheren Bände 
des Meisters in Ehren. 
Die einen zeigten den 
jetzt in Deutschland 
vorherrschenden 
Schmuck einfacher, großzügiger Goldlinien, das Linienbandwerk und waren 
zum Teil mit marmorierten, in der Farbe gut abgestimmten Feldern ausge- 
legt, die anderen ahmten das Grolier- und Kartuschenornament in freier, 
selbständiger Auffassung nach. Besonders elegant war ein Quartband von 
türkisblauem Ecrase mit langgezogenen, feingeschwungenen Goldlinien und 
originellen augenförmigen Auflagen in grünem, schwarzem und rotem Leder. 
Es tat der vortrefflichen Arbeit keinen Eintrag, daß das ausgesprochen 
deutsche Muster einer Sammlung tschechischer Poesien zum Schmuck diente. 
Auf zwei anderen zierlichen Bänden in grauem Ecrase war das flotte Linien- 
bandwerk mit kleinen farbigen Lederauflagen in Verbindung, die an gewissen 
Stellen wie eine Verdickung dieser Linien erschienen und von Goldkonturen 
umrissen waren. 
Während der Schmuck von Einbänden durch Aquarell- und Brandmalerei 
aus dem Rahmen der eigentlichen Buchbinderei herausfällt, das farbige Leder- 
mosaik aber in der Anwendung auf Figuren leicht einen plakat- und reklame- 
Brunnen im Hofe des Hauses Weslbahnstraße 8
	        

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