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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

4T! 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Art der Kombination kleiner 
Stempel ersetzen. Bei Collin und 
bei Kersten in Berlin, Rauch in 
Hamburg und Ludwig in Frank- 
furt tinden wir vornehmes, in 
den Farben gewöhnlich gut ab- 
gestimmtes Material, schlanke 
Kurven, das sogenannte Linien- 
bandwerk zu Rahmen, Bändern, 
Verschlingungen und Gitterwerk 
von einfach eleganter Wirkung 
zusammengesetzt, hie und da 
durch geometrische Auflagen, 
Blüten undBlattwerk bereichert, 
eine neue und eigenartige Deko- 
ration, die trotz ihrer Einfach- 
heit große technische Sorgfalt 
verlangt. Besonders Kersten und 
Ludwig Waren auf der Frank- 
furter Ausstellung sehr stattlich 
vertreten, freilich sah man von 
jenem viel bereits Bekanntes, 
auch einzelne mit marmorierten 
Vorsatzpapieren überzogene 
Halbfranzbände, dann einen Großer Weinkrug von 1687. Arbeit des Gollinger Töpfers 
_ Schödl. Museum Linz 
Deckel aus grauem Ecrase mit 
einem japanischen Goldnetz, an dessen Schnittpunkten kleine schwarze Drei- 
ecke aufgelegt waren, die aussahen wie Wasser, das an einem Spinnengewebe 
hängen bleibt; andere mit originellen kleinen Goldkreisen, mit zierlicher mo- 
derner Spitzenbordüre, mit palmettenartigem Linienmuster um die Bünde 
und andere. 
Aus Rauchs Werkstatt war ein zierlicher Oktavband aus grünem Kap- 
saflian hervorgegangen, der in Lederauflage ein kleines aufgeschlagenes 
Buch und zarte Blattranken in Gold zeigte. Neben dieser exakten Arbeit Fiel 
ein Gästebuch aus gleichem Leder mit großzügigem Linienschmuck nach 
dem Entwurf von Behrens auf. Martin Lehmann in Bremen schnitt in 
weißem Pergament ein Muster von lanzettförmigen Blättern aus und unter- 
legte es mit grüner Seide. Zu den altbewährten Firmen traten zahlreiche neu- 
aufstrebende hinzu, auch die Handwerker- und Kunstgewerbeschule von 
Elberfeld, welche schon auf der Düsseldorfer Ausstellung von 1902 durch ihre 
vortrefflichen Entwürfe für innere Buchausstattung Aufmerksamkeit erregt 
hatte. Unter ihren an Kersten erinnernden, mit einfachen Goldlinien gemu- 
sterten Arbeiten zeichnete sich ein I-Ialbfranzband aus, dessen braunes Rücken- 
leder sehr weit über die Decke gespannt und mit einem schwarz auf Goldgrund
	        

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