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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

durch den zier- 
lichen Pracht- 
band im 
Empirestil, mit 
reicher,ausPal- 
mettenranken 
und Sphinxen 
in Rollendruck 
zusammen- 
gesetzter Bor- 
düre, vertreten 
war. Dazu ge- 
hören auch 
sämtliche Ita- 
liener, an deren 
Selbstgenüg- 
samkeit ja die 
moderne Kunst Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule. „Gänsemädchew, Aquarium, Bronze 
mit ihren Sie_ von Friedrich Gornik (Straßer-Schule) 
gen und Enttäuschungen ziemlich unbeachtet vorbeigeht. Immerhin boten 
G. Cecchi 8: Figlio in Florenz mit ihren prachtvoll ausgestatteten, höchst ge- 
wissenhaft durchgearbeiteten Bänden dem Liebhaber eine Augenweide sel- 
tener Art. Bewunderung erregte vor allem eine große Pergamentmappe, 
deren weiße Fläche ganz mit feinen Lilien und Rosetten in dunkelroter und 
grüner Lederauflage mit Goldkonturen bedeckt war. Die breite, mit Rosetten 
und Blattwerk in Gold gefüllte Bordüre aus schwarzen und braunen Leder- 
streifen enthielt vier Medaillons mit Wappenschildern in feinster Mosaik- 
arbeit, die von grünen, goldgesäumten Lorbeerkränzen umgeben waren, 
und zwei Reihen zierlichen Spitzenwerks in I-Iandvergoldung als Abschluß. 
Ein Band aus braunem, schön gemasertem Kalbleder war mit breiten 
Goldspitzen im Stil der Barockzeit bordiert, andere aus Pergament, grünem 
Saflian und braunem Kalbleder zeigten gleichfalls Spitzen- und Fächer- 
muster in reichster Ausbildung, aber strenger Unterordnung unter alte Muster. 
Weniger sorgfältig war der Dante-Band von Casciani in Rom gearbeitet, 
braunes Kalbleder, das in einem Rautenmuster mit Rosetten in Stempeldruck 
als I-Iauptzierat ein quadratisches Feld mit dem Prolilkopf des Dichters in 
Hochrelief enthielt. 
Auch in der englischen Buchbindekunst herrscht konservative Ruhe. 
Früher als anderwärts hatten sich jenseits des Kanals Liebhaber gefunden, 
die auf einen schönen Einband Wert legten und bereit waren, solide Arbeit 
angemessen zu bezahlen. Manche deutsche Meister, wie Zähnsdorff, fühl- 
ten sich dadurch veranlaßt, ihre Werkstatt nach der Themse zu verlegen, 
um dort die Gaben zu verwerten, welche bei ihren sparsamen, viele Bücher 
schreibenden und lesenden, aber wenige kaufenden Landsleuten brach 
a4! 

	        

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