MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

die beim Lehrer 
durchaus persön- 
lich ist, bei ihnen 
aber zur Manier 
wird. Und Manier 
ist Unnatur. In ei- 
nemsolchenHilfs- 
kurse sollte die 
voraussetzungs- 
lose Aneignung 
der plastischen 
Naturform, nicht 
die Umsetzung 
des Eindrucks die- 
ser Formen in Stil 
als Hauptaufgabe 
betrachtetwerden. 
In den Fachschu- 
len und Spezial- 
ateliers herrscht 
reges, vielgestal- 
tiges Leben. Die 
Tätigkeit und Spe- . 
.  . . Ausstellung der Wiener Kunstgewerbeschule. Leinendamast-Tischtuch, ent- 
Zla lslerung nunrnt worfen von Wenzel TruneEek (Schule Beyer-Schlechta) 
immer größeren 
Umfang an, schon räumlich kam das in fast verwirrender Weise zur Anschau- 
ung. Wer hier einen einheitlichen Zug sucht, eine bestimmte Direktive, ein alles 
beherrschendes und regelndes Programm, wird enttäuscht sein. Daß diese 
Übereinstimmung nicht besteht, haben wir bereits als einen Vorzug, zum 
mindesten als etwas ganz Natürliches bezeichnet. Von den drei Architektur- 
schulen (Professoren Beyer, Herdtle, Hoffmann) hat jede ihre eigene Richtung; 
das Gemeinsame ist die Rücksicht, die in jeder auf das Gegenwartsbedürfnis 
genommen wird, bei Hoffmann natürlich ganz und gar und aus Prinzip, bei 
Direktor Beyer und Herdtle aus pädagogischer Einsicht und weil sich die 
Lehrer sagen, daß sie ihre Schüler nach allen Richtungen leistungsfähig 
machen müssen; sie stehen auf dem Standpunkt, das eine zu tun (das 
Moderne) und das andere nicht zu lassen (das Historische). In der Fach- 
schule Beyer wird seit jeher die Flächenkunst gepflegt, es werden Entwürfe 
und Kompositionsaufgaben gemacht für gewebte und bedruckte Stoffe, 
Teppiche, Stickereien, Spitzen, Tapeten, Bucheinbände, Intarsien, Fliesen, 
während Herdtle seine Schüler historische Studien (Skizzen nach Sammlungs- 
gegenständen) und Naturstudien (Skizzen nach Architekturobjekten) machen 
läßt, aber auch alle Arten von architektonischen Entwürfen für profanes und 
kirchliches Mobiliar, Innenräume und Bauobjekte. Was man in der Prosodie 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.