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Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 8 und 9)

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einem ersten Projekt das 
hügelige Terrain noch 
mehr durch Wasserkünste 
belebt dachte; das Schloß 
war auf der Höhe des Hü- 
gels geplant und der an- 
steigende Vorplatz durch 
Terrassen mit Bassins 
und Kaskaden gegliedert. 
Von dem zweiten ein- 
facheren EntwurfFischers 
kam nur ein kleiner Teil 
in seiner Zeit zur Voll- 
endung; was jetzt vor uns 
liegt, ist von dem Archi- 
tekten Pacossi, und später 
von Hohenberg ausgebaut 
worden; auch am Garten 
haben Steckhofen und 
Hohenberg weitergebildet 
und doch wirkt das Ganze 
wie ein Vermächtnis jener 
großen baulustigen Zeit, 
die ihren Sinn für Monu- 
mentalität und Größe auch 
im architektonisch gere- 
gelten Park zum Ausdruck 
brachte. 
Der Brunnen und im erweiterten Sinne die Wasserkunst ist ihr ein 
willkommenes Hilfsmittel, weite Räume durch fernwirkende Elemente zu 
gliedern. Die ebene Fläche des Bassins betont ihr Bestreben, geneigte 
Terrains in horizontale Terrassen aufzulösen; der Wasserfall, die Kaskade, 
die Brunnengruppen sind in Verbindung mit Grotten, Stiitzmauern, Treppen- 
anlagen ihr großer Apparat, der Übergänge vermittelt, Augenpunkte fest- 
legt, Richtungen bestimmt. 
Glänzende Leistungen dieser Art sind in unserer Monarchie zerstreut, 
aber die Wiener Parkanlagen gehören unter ihnen gewiß zu den schönsten 
und besten. 
Wenden wir nun unser Augenmerk den städtischen Leistungen jener 
Zeit zu, so weist auch hier der Wiener Brunnen große Züge auf. Wohl 
fehlten dem städtischen Gemeinwesen ebenso die Gelegenheiten, als Mittel 
und Lust zu großen künstlerischen Aufträgen, die Kunst war noch im Solde 
der Herrscher, des Adels, der Kirchenfürsten. Und doch erhielt Wien ein 
Brunnendenkmal vornehmster Art, wie es wenige andere Städte besitzen. 
 
Brunnen auf dem Vorplntze des Schönbrunner Schlosses
	        
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