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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

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burgers Art mit Si- 
cherheit wieder er- 
kennen wird. Die En- 
gelsköpfchen werden 
für Waldburger ge- 
radezu zur Signatur 
seiner Werke. Wald- 
burgers Engelsköpf- 
chen haben durch- 
wegs eine auffallend 
hohe Stirn, welche von 
denengperückenartig 
anliegendenI-Iaarlöck- 
chen in annähernd 
geraden Linien, fast 
wie von den dreiSei- 
ten eines Quadrates, 
eingerahmt ist. Die 
Bildung der auffal- 
' - lend eng geringelten, 
noch ganz gotisch 
gebildeten Löckchen 
könnte am ehesten 
mit dem I-Iaargerin- 
gel eines Persianer- 
fells verglichen und 
charakterisiert wer- 
den. Nur genau über 
der Mitte der Stirne 
bauscht sich das eng 
anschmiegende 
Lockengeringel zu einem Schopf auf. Deutlicher als eine Beschreibung 
wird hier die bildliche Nebeneinanderstellung einer Anzahl Waldburgerscher 
Engelsköpfchen sprechen (vgl. etwa Abb. 5, 10, n, 12 etc). Aus den in den 
Nischen des Tabernakeltempiettos angebrachten weiblichen Genien mit den 
Leidenswerkzeugen möge in Zusammenhalt mit der justitia- des Rathaus- 
portals (Abb. I) die typische Eigenart Waldburgerscher Frauengestalten 
festgestellt werden; sie alle sind nämlich durch das inhaltslose leere Gesicht 
mit auffallend hoher Stirn und hochgezogenen Brauen gekennzeichnet. 
Diese etwas langatmige Herausarbeitung einiger Eigentümlichkeiten Wald- 
burgerscher Figuren möge damit gerechtfertigt und entschuldigt sein, daß 
uns diese Feststellungen die Zuweisung eines seit jeher vielbewunderten, 
aber bisher namenlosen Werkes heimischer Kunst an Hans Waldburger 
ermöglicht, nämlich des prächtigen Hochaltars der ehemaligen Stiftskirche 
Abb. xo. Hochaltar der Pfarrkirche zu ScheHau
	        

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