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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

für einzelne Statuen bestimmt 
sind, wird beibehalten, die Altar- 
Hügel fallen, wie dies schon bei 
den meisten spätgotischen Al- 
tären des XVI. Jahrhunderts der 
Fall war," weg, hingegen er- 
halten sich vielfach": die auf 
Konsolen und unter Baldachine 
gestellten seitlichen Statuen, die 
schon dem geschlossenen goti- 
schen Flügelaltar den harmoni- 
schen Abschluß nach der Seite 
gaben. Auch die gegen den 
Altarschrein sich verjüngende 
Giebelkomposition ist im wesent- 
lichen nichts als der gotische Al- 
taraufsatz. Mit diesen gotischen 
Ideen mischen sich allerdings die 
Formen der Renaissance. Der 
Aufbau des Altars, den der 
Gotiker frei und leicht nach der 
Höhe wachsen ließ, wird tek- 
tonisch motiviert. Die gotischen 
Zierglieder verschwinden und 
an ihre Stelle treten architekto- 
nische Bauglieder: die Säule, 
das Gebälk, der Giebel. Die Säule 
 das WiChtigStC  der Abb. 15. Figuren vom Hochaltar des Domes zu Salzburg 
Altaranlage, sie teilt und rahmt 
die Bildfelder, sie trägt das abschließende Gebälk. Die Entlehnung der 
Säule und des Gebälks für den Aufbau der im Grunde gotisch gedachten 
Altaranlage ist die größte Anleihe, welche die deutsche volkstümliche Kunst 
des XVII. Jahrhunderts von der italienischen Renaissance machte. Hand 
in Hand ging damit die Rezeption einiger neuer Dekorationsformen, so die 
Einführung des antiken Kapitäls, die Anwendung der Figurennische, die 
Verwendung antiker Ornamentmotive, wie des Eierstabes, der Perlschnur, 
des Zahnschnittes, der Mäanderlinie und so fort. Aber was wird aus diesem 
Anleihen in der Hand der deutschen Meister! Die modernen, der italienischen 
Renaissance entlehnten Formen sind ihm die willkommene neue Formen- 
sprache für seine alten, ganz im Banne der Gotik stehenden Ideen. Er 
hat für die einheitliche und klare, die kalte und kühle Konstruktion der 
italienischen Vorbilder, für den Typ der allgemeinen, wissenschaftlich 
i Vgl. den Seefelder oder den berühmten Moosburger Altar! 
"K" Waldburgers Altäre bei den Franziskanern in Schlägl, St. Peter und in Mondsee.
	        

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