MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

den Aufsatz seiner 
in den reizenden 
Baldachinen, die 
er über seinen 
Flügeliiguren aus 
wölbenden Volu- 
tenbogen. aus Fe- 
stons, aus Engels- 
köpfchen und Py- 
ramiden auftürmt, 
gotisch gedacht 
sind seineAufsatz- 
Figuren, vor allem 
die schlanken Fi- 
guren, die zuhöchst 
mächtigen Altäre 
abschließen. Sein 
Figurenstil be- 
wegt sich in den 
Bahnen der allge- 
meinenKunstrich- 
tung der Zeit. 
„Was die Spät- 
gotik bereits an- 
gebahnt hat, in 
die Stellung und 
Haltung des Kör- 
pers mehr Natür- 
lichkeit zu brin- 
gen, die Figuren 
lebendiger zu ge- 
stalten, tritt uns 
in den ersten jahr- 
zehnten des XVII. Jahrhunderts in fertiger Form entgegen. Was man aber 
in der Gotik durch eine gewisse einseitige Ausbiegung zu erreichen gesucht 
hat, das will man, dem mystischen transzendentalen Kunstempiinden der 
Gotik nicht mehr so nahe stehend, damit zu erreichen suchen, daß man 
nunmehr den Figuren ungezwungenes natürliches Leben verleiht, durch 
freiere Haltung des Körpers, durch Wendung des Kopfes nach der Seite 
und in die Höhe, durch lebhaftere Bewegung der Arme. Auch in der Gewan- 
dung tritt das Streben nach Natürlichkeit zutage. Die knitterige, bauschige 
Faltenbildung der Gotik und die Fülle der Gewandmassen, welche die 
Körperformen ganz und gar verdecken, hören auf, und eine einfache zügige 
Faltengebung entwickelt sich. Die Körperformen, an deren freie Gestaltung 
Abb. 16. Stiftsportal zu Schlägl
	        

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