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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

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Abb. x. Prospekt des Liechtensteinschen Gartenpalais in der Roßau, Zeichnung von S. meiner (Österreichisches 
Museum) 
wille ausführender Organe verändernd in die ursprüngliche Idee eingegriffen 
haben. Diese Erscheinung ist dem ganzen Barock eigentümlich; sie beruht 
in letzter Linie auf der starken Vereinheitlichung und der auffallenden Selbst- 
bewußtheit der ästhetischen Kultur; Bauen und künstlerisches Schaffen ist 
in solchen Zeiten mehr noch als persönliche Betätigung Sache der sozialen 
Schichte und des Volksganzen. Immer wieder läuft die individuelle Schöpfung 
Gefahr, in die Auswirkung des Allgerneingeistes sich zu verlieren; ihren 
entscheidenden Urheber feststellen wollen, bleibt häufig ein Versuch mit 
unzulänglichen Mitteln. 
Eine besonders wertvolle Hilfe ist es, wenn der Künstler seinen Anspruch 
auf das Werk selbst irgendwie niedergelegt hat; aber auch dieses Zeugnis 
ist kritischer Auslegung durchaus nicht entrückt. 
Den Abschluß des fürstlich Liechtensteinschen Parkes in der Roßau 
bildete ein Gartengebäude, das, in der Hauptachse der ganzen weitläufigen 
Anlage gelegen, ihr Blickziel und ihre Bekrönung heißen kann; sie wirkt als 
der notwendige Abschluß eines Ganzen, wie das durch eine Straße abge- 
trennte Pomaranzenhaus sein Auftakt und seine Vorstufe ist. In dem Blatt, 
das Salomon Kleiner, kurmainzischer Ingenieur, 1732 von dem „Prospekt 
des Hoch Fürstlich Liechtenstainischen Garten und dessen Gebäuden in der 
Roßau" gezeichnet hat (Abb. r), macht sich die Einheitlichkeit der Gesamt- 
anlage eindringlich geltend, aus der das Gartengebäude nicht lösbar ist. 
Der Architekt des Palastes und des Pomaranzenhauses ist unzweifelhaft
	        

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