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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

Frau krönt ihn mit d'er 
' Rechten. Kein Zweifel, 
wir haben eine frühere 
Redaktion der archi- 
tektonischen Idee vor 
uns; und es läßt sich 
wohl auch vermuten, 
warum Fischer von ihr 
abgegangen ist. Zwei 
Linien beherrschen den 
figuralen Aufbau; die 
eine links unten beim 
Fuß der trauernden 
Frau beginnend, im 
I-Iaupte des Mitrowitz 
endend; die andere vom 
Fuß des Chronos bis 
zur Tuba des Ruhmes- 
genius reichend. Die 
zweite Linie hat ein 
erdrückendes Überge- 
wicht und bildet in 
ihrer beinahe gewalt- 
sam lückenlosen Ge- 
schlossenheit mit der 
rechten Einfassungs- 
linie des Obelisks einen 
häßlichen spitzenWin- 
kel. Durch die umge- 
kehrte Anordnung ist 
der Gesamteindruck 
wesentlich verbessert; 
der gezwungene Zusammenhang wird durch zwei breite Unterbrechungen 
gelockert und jene erste Linie, die nun im Arm und Kranz des Glaubens die 
andere überschneidet, wird ihr gleichwertig. Zwei zwanglose Diagonalen, 
unaufdringlich, aber doch empfunden, bilden das feste Gerüste des ganzen 
Aufbaues. 
Diese Umkehrung, die kompositionell von so entscheidender Wichtig- 
keit ist, erfolgte, ohne daß an den anderen Figuren etwas geändert worden 
wäre; ihre Stellung und Haltung ist bis in den letzten Faltenzug hinein fest- 
gelegt. 
Trotz der scheinbaren Flüchtigkeit des Striches konnte sie dem aus- 
führenden Bildhauer unmittelbar als Vorlage dienen; die Brüchigkeit des 
Umrisses, die Andeutung der Gesichter, die Zerfransung der Hände und 
Abb. w. j. B. Fischer von Erlach, Zeichnung zu einer Urlaubergruppe
	        

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