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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

Archiven die Urkunden dieser Zeit durchblättert, wird geradezu erstaunt 
sein, ein wie reiches Kunstleben er an vielen Orten entwickelt findet. Wenn 
ich nur wenige Beispiele aus der mir gewärtigen österreichischen Kunst- 
geschichte nennen soll, so erinnere ich daran, daß gerade 1614 bis 1628 der 
Salzburger Dom in seinen wesentlichen Teilen entstand, daß ungefähr zur 
gleichen Zeit Abt Martin Greysing von Schlägl trotz ständiger Religions- 
unruhen sein Kloster gänzlich mit neuen Kunstwerken heimischer Meister 
ausschmücktef" daß damals Abt Anton Wolfradt in Krernsmünster den einzig- 
artigen, gewiß von einem deutschen Meister stammenden Altar errichtete, 
dessen Überbleibsel wir heute noch in der Pfarrkirche zu Grünau in Ober- 
 
Abb. 2. Engelsf-Tguren von den ehemaligen Seitenaltären der Stiftskirche von St. Peter zu Salzburg 
Österreich voll Bewunderung bestaunen, daß in den nämlichen Jahren die 
Stiftskirche von Seitenstetten durch die Passauer Meister Wendelin Perg 
und Hans Seitz mit neuen Altären und einer Kanzel ausgestattet wurde, 
daß 1631 Meister Hoenell den in seinem Figurenreichtum von kaum einem 
zweiten Werk deutscher Kunst übertroffenen Hochaltar im Dom zu Gurk 
vollendete: ja es kann an der Hand der erhaltenen Urkunden sogar r-uhig 
behauptet werden, daß es nur wenige führende Kunststätten gab, die sich 
dem damaligen besonders auf die Kirchenausstattungen sich erstreckenden 
Modernisierungsdrang ferngehalten hatten. Allerdings sind uns heute nur 
sehr wenige dieser Denkmäler noch erhalten, denn, ganz abgesehen von 
den wenigen, welche durch Kriegsgreuel und Elernentarereignisse zerstört 
wurden, hat sich das Zeitalter des blühenden Barockstils mit einer wahren 
Berserkerwut auf die altmodisch gewordenen Altäre? und Einrichtungsstücke 
"' Vgl. Dr. Evermod Hager, „Die Kunstdenkmäler des Stiftes Schlägl aus der Zeit Martin Greysings 1627 
bis 1665", Linz r9x8.
	        

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