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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

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Ein wesentlicher Unterschied zwischen der Gurker Kanzel und den 
meisten sonstigen Plastiken jener Zeit zeigt sich darin, daß die Holztiguren 
der Kanzel polychromiert sind, während die meisten Plastiken jener Zeit, 
auch in Gurk, weiß oder auch vergoldet sind, so auch an der Donner sehr 
nahestehenden Kanzel in der Jesuitenkirche zu Preßburg von 1742. Die 
klassizierende Einfarbigkeit der Statuen ist in Kärnten erst sehr spät durch- 
gedrungen und wohl erst durch Donners Einfiuß. Es ist fraglich, ob die 
weiße Farbe an den Skulpturen der Kanzel und der Nepomuk-Gruppe im 
heutigenDome zuKlagenfurt (ehemalsjesuitenkirche) vonAnfang an bestanden 
hat. Die Holzskulpturen der Kanzeln zu Maria Saal 1745 und der Klagenfurter 
Stadtpfarrkirche sind polychrom. Die Gurker Kanzel wurde erst I767 „gefaßt". 
 
Abb. x 1. Tonmodelle von Giuliani in Heiligenkreuz 
Der Wiener Einfluß ist in Gurk auch weiterhin wohl erkennbar und 
mag kurz berührt sein. Zunächst am Altar des heiligen Johann Nepomuk 
in der Krypta. Derselbe besteht in einer Mensa auf vier Docken, in merk- 
licher Anlehnung an die romanischen Mensen, darüber in Stukko, überragt 
von einem den Stoff nachahmenden Baldachin, die in einem Sarge liegende 
Gestalt des Heiligen, umschwebt von zwei Putten. Geringer in der Arbeit 
sind die Engelpaare über den beiden romanischen Mensen. 
Viel bedeutender, wenn auch nicht in der reichen Ausgestaltung voll- 
endet ist die Todesangstkapelle im Friedhofe. Der Altar war aus Marmor 
begonnen, ist aber aus Holz und Stuck weitergeführt. Besonders interessant 
ist die Behandlung der Figuren. Die Gruppe der Todesangst in der Haupt- 
nische des Altars ist polychrom. Die großen und kleinen Engel an der 
Seite mit Marterwerkzeugen sind weiß, diskret polychromiert dagegen der 
Engel mit dem Kelche über der Altarnische, an den sich eine plastische 
Glorie anschließt, die in das Deckenfresko überleitet, in der Art, wie es ins- 
besondere an der Decke der Kirche des Stiftes Wilhering bei Linz und der
	        

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