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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

zweier Tassen unter dem 4. Dezember 1807 aus Leipzig an den Herzog 
von Mecklenburg-Schwerin richtetf" „Um die ungünstige Zeit," schreibt er, 
„die sich für die Kunst geäußert hat, beständig ausfüllen zu können, habe 
ich kürzlich eine kleine Fabrik angelegt und lasse Trinkgläser von allen 
Sorten mit Landschaften, Allegorien, Decorationen und Musik nebst Text 
bemalen und dabey so schön als möglich colorieren; dies scheint zu gehen, 
auf Porzlain habe ich nur solange als ich um Sr. Durchlaucht den Fürsten 
Wenburg (Weilburg?) war, viel zu thun gehabt, da ich aber ganz hier zu 
bleiben schien, nehmen sich die Herrschaften Zeit mit ihren Bestellungen, 
viele haben es ganz vergessen, und mir dadurch Zeit zum Studium gelassen, 
welches ebenfalls ein Vortheil zur Schönheit der Sache ist. Auf die Art 
entdeckte ich die schöne Rubinfarben vorigen Herbst in Rostock, und hier 
habe ich sie vervollkommt, und so bin ich mit vielen weitergekommen. 
Auf Porzlain haben meine Arbeiten zufällig in Meißen einigen Eindruck 
gemacht, wo sie in Absicht des Goldes und Silber Unterricht von mir zu 
haben wünschen, ich habe die Vorschläge befolgt, und eine hinlängliche 
Probe an den Commerz-Minister des Herrn Gr. v. Markolini eingesandt, 
vielleicht komme ich bald in Sicherheit; und würde mir es hier nicht glücken, 
so habe ich den Vorsatz, mich durch verschiedene Proben an Sr. Majestät 
des Russischen Kaisers zu empfehlen (so stark auch meine Familie ist) mit 
dem Anerbieten die Farben und decoration auf Porzlain nach Möglichkeit 
zu verbessern, und die Geheimnisse der Kunst auf Glas zu malen, öffentlich 
auf der academie gegen die nötigen Bedingungen zu lehren, damit wenn 
sie meine Kinder nicht fortsetzen selbige nicht wieder verlohren gehen. 
Übrigens habe ich vom hiesigen nahen Fürsten noch keine Geschäfte 
erhalten können, jedoch sind einige Aussichten da, wenn nur erst das all- 
gemeine Glück, der gänzliche Friede eintreten wollte . . ." 
Auf dem Brief Findet sich der Vermerk: „Auf Srmi Höchsten Befehl 
sind hierauf vermittels eines verbindlichen Schreibens 10 L'd'or pr Post 
nach Leipzig gesandt d. 5. Febr. 1808. Zugleich ist dabey um eine Tasse 
mit der Silhouette Sermi gebeten." ' 
Der nächste Brief, der aus Dresden unter dem 5. November 1811 abge- 
sandt ist, hat folgenden Wortlaut: „Durchlauchtigster Herzog Allergnädigster 
Herr. Ew. Herzogl. Durchlaucht wollen allergnädigst geruhen daß ich höchst 
dero letzten Befehl zufolge mir erlauben darf, Nachricht von meinen jetzigen 
Aufenthalt zu geben. Hier bin ich zwar schon balt 3 Jahr, und seit Absen- 
dung meiner letzten Proben von Leipzig an Ew. Herzogliche Durchlaucht 
ist es fast 4 Jahr, aber immer wollten mir meine Arbeithen nicht so schön 
gerathen um mich Ew. Herzoglichen Durchlaucht von neuem empfehlen 
zu können; jetzt nur erst seit 3 Monath habe ich durch glückliche Versuche 
mein Ziel erreicht, und erlaube mir daher, 6 Stück gemalte Kristallgläser an 
Ew. Herzogliche Durchlaucht allerunterthänigst als Proben zu übersenden, 
welche in folgenden bestehen: I. Das Wappen von Mecklenburg. z. Rom. 
" Großherzogliches Geheimes und Haupt-Archiv zu Schwerin aus dem Kabinett. Porzellanmaler Mohn.
	        

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