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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 11 und 12)

den daraus zu fabricierenden Indigo betrifft, ich solches apart abgefaßt und 
hier beygelegt habe, und wegen den nahen Frühjahr es noch Zeit war. 
In Hinsicht der Kunst haben mir Ihro Durchlaucht die Frau Erb- 
prinzessin über die von mir übersendeten 6 Gläßer kürzlich höchst Ihren 
Wohlgefallen äußern lassen, welches mir sehr zur Aufmunterung dient; 
der Secretair Prosch erwähnt zwar nur 4 Stück, das mag wohl ein Schreib- 
fehler sein. 
Das Glas mit den Seebad welches ich an 1M Febr an Ew. Hochfürst- 
liche Durchlaucht allerunterthänigst einsendeten, wird hoffentlich wol er- 
halten eingegangen sein; aber hierbey kann ich nicht umhin, etwas von 
meinen jezigen Mißglück zu erwähnen, es geht gerade so, wie im Jahr 1806, 
kaum hatte ich die hohe Gnade gehabt, bey Ew. I-Iochfürstlichen Durchlaucht 
die erste Probe meiner Erfindung der Glasmalerei abzulegen, so verfinstern 
die dicken Kriegswolken den heitem Kunsthirnmel; jetzt da ich nun auf allerlei 
Tischgeschirr von Kristallglas die vollkommenste Malerei zu liefern erreicht 
habe, und meinen Plan zu folge diese Ostern meine Werkstatt verbessern 
wollte, um die Producte noch vielfältiger, wohlfeiler und möglichst schöner 
liefern zu können, verlöscht rnir ebenfalls durch die jetzigen Militär- 
bewegungen das Kunstlicht von neuen, so daß ich für diesen Augenblick in 
Verlegenheit bin, in dem meine Hilfsquellen jetzt stille stehen, wie ich diese 
Ostern durchkommen werde. 
Dürfte ich es wohl wagen, Ew. Hochfürstliche Durchlaucht für dies mal 
um eine beliebige baare Unterstützung allerunterthänigst zu bitten. 
Samuel Mohn." 
Unter dem I3. April 18m wendet sich Mohns Gattin geborene von 
Seidlitz ohne Wissen ihres krank damiederliegenden Mannes nochmals an 
den Herzog mit der Bitte um Bezahlung verschiedener Gläser und in Be- 
stätigung des hierauf angewiesenen Geldes richtet S. Mohn dann unter dem 
29. Juni 1812 das folgende letzte Schreiben nach Schwerin, und zwar dieses- 
mal nicht an den Herzog selbst, sondern an einen Sekretär: 
„Wohlgeborner, I-Iochgeehrtester Herr! 
Die 12 L.d'or für 7 gemalte Cristallgläser, welche auf den hohen Befehl 
des durchlauchtigsten Herzogs unterm 19. v. M. Ew. Wohlgeboren mir 
gütigst übersendet, habe ich richtig empfangen . . . Kurz zuvor hatte durch 
Ihre Majestät die Kaiserin von Frankreich unerwartetes Glück, Sie ver- 
langten gemalte Cristallgläser mit Ansichten aus Sachsen, ich nahm alles 
gut gerathene zusammen, überbrachte es ihrem Kammerherm dem Gr. v. 
Montesquiou, Ihro Majestät behielten alles und ließen mir gute Zahlung 
reichen. Gern hatte ich mit umgehenter Post geantwortet, aber schon im 
März d. j. hatte ich dem durchlauchtigsten Herzog von der hiesigen Waid- 
indigfabrikation erwähnt, die ich auf höchsten Befehl bei Dreßden unter- 
nommen habe, und kürzlich trat erst die Zeit ein Privatproben mit unreifen
	        

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