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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 6, 7 und 8)

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weitgehendem Einiluß auf die äußere Erscheinungsform der neuen Baukunst 
sein. Berlage hat dies in seinen Schriften oft dargelegt und neulich in bezug 
auf die herrschende Wohnungsnot das Typisieren von I-Iäusern aus bau- 
künstlerischen Gründen verteidigt. 
Obengenannte Faktoren werden nicht nur beim Massenbau in Betracht 
kommen, sondern auch beim Bau von besseren Einzelhäusem und von 
öffentlichen Gebäuden von überwiegendem Einfluß auf die Herstellung sein 
müssen, damit die Vorteile technischer Fortschritte nicht wegen sentimen- 
 
Abb. 34. Pzrspektivische Ansicht des Entwurfes für ein Jagdhau in Hoenderloo, 19:5 
taler und romantischer Erinnerungen dem Baufach vorenthalten werden und 
die Baukunst der Zeit nachhinkt. Es hat im Gegenteil die moderne Baukunst 
die Aufgabe, sofort die technischen Verbesserungen heranzuziehen und sie 
auf ästhetische Weise zu benutzen. Wie schon im Anfang dieses Aufsatzes 
gesagt wurde, berührt dies den Kern der Sache, weil neue konstruktive und 
technische Probleme den Bau beherrschen in dem Maße, daß gar nicht mehr 
von Umbildung, sondern nur von Neugestaltung die Rede sein kann. Aus 
den Möglichkeiten der Herstellung großer, nahtloser Flächen auf jedem 
Gebiet der Bautechnik, sowie der Notwendigkeit des massenhaften Produ- 
zierens einförmiger Bauteile ergibt sich die Forderung einer baukünstlerischen 
Formgebung, welche sich weniger der ausführlichen Detaillierung als der 
Gesamtkomposition zuwendet, das heißt, die künstlerische Individualität
	        

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