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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 6, 7 und 8)

das Marty- 
rium war ja 
Gegenstand 
der Darstel- 
lung-zum 
Ausdruck 
gebracht 
werden. Die 
kniende St. 
Barbara ist 
in starken 
Gegensatz 
zudemHen- 
ker gestellt. 
Während 
wir in einer 
Bewegungs- 
orgie von 
Raserei das 
mordende 
Schwert 
schon auf- 
blitzen se- 
hen, sehen 
wir in der 
Heiligen, 
deren Ober- 
körper zum 
Teil ent- 
blößt ist, ein 
lebens- 
strotzendes, 
pralles We- 
sen, kernig 
Abb. 15. St. Wolfgang am Abersee, Pfarrkirche, Doppelaltar und robust 
wiedieMäd- 
chen aus der bäuerlichen Heimat des Künstlers. Wo der Mord so nahe ist, 
wirkt dieses Wesen doppelt lebensstark. Während die Figur des Henkers 
voll Bewegung ist, ist in der Figur Barbaras die Ruhe, die Gottergebenheit 
verkörpert. In einem schweren gewundenen Wulst ist das Hemd umgestülpt, 
schwerflüssig, aber ohne Pathos, rieselt Barbaras Gewand zu Boden, nur 
zwischen den Beinen knicken sich die bei Schwanthaler an dieser Stelle 
beliebten Zickzackfalten und nach den Rändern beginnt sich das Gewand 
in kleinen Bewegungen zu kräuseln. Es ist nicht der Sturm, der die Gestalt
	        

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