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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 6, 7 und 8)

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Die Identität des jungen Prinzen mit dem blauen Großkreuzband wird sich 
nach einer gleichzeitigen Miniatur, der er sicherlich ganz gewissenhaft und 
überaus sorgfältig nachgemalt ist, im Laufe der Zeit wohl ebenso mühelos 
 
Abb. 1a. Deckeltasse von J. G. Loehnig 
im Landes-Gewerbemuseum zu Stuttgart 
(Inv. Nr. 1B. 40) 
herausstellen, 
wie die Kupfer- 
stichvorlagen, 
die dem allego- 
rischen Deckel- 
bilde der drei 
geflügelten, von 
Musen gefolg- 
ten Gestalten 
mit den feuri- 
gen Zungen wie 
auch der Mi- 
nerva auf der 
Untertasse zu- 
grunde liegen 
mögemWasuns 
aber ungleich 
mehr beschäfti- 
 
Abb. x b} Deckeltasse von J. G. Loehnig 
im Landes-Gewerbemuseum zu Stutt- 
gan (Inv. Nr. 18, 40) 
gen muß, ist zunächst die originelle Deckelkonstruktion: An Stelle des Deckel- 
knaufes, der um jene Zeit in Meißen meist die Gestalt eines Blattknospenkelches 
oder auch eines vergoldeten Kränzchens aufweist, findet sich hier eine seitliche 
Henkelbildung, die ebenso rechteckig gebrochen erscheint wie der größere 
Henkel der Obertasse. 
Dieser meines Wissens 
nicht häufig wiederkeh- 
rende, sondern offenbar 
rasch wieder aufgege- 
bene Versuch einer 
Neuerung ist allerdings 
ästhetisch keineswegs 
einwandfrei, da der Ge- 
samtanblick nur eini- 
germaßen befriedigen 
kann, wenn der Henkel 
des Deckels ganz genau 
über jenem der Ober- 
tasse steht, während er 
 
Abb. x c. Minerva von der Untertasse 
J. G. Loehnigs im Landes-Gewerbe- 
museum zu Stuttgart (Inv. Nr. 18, 40) 
in jeder anderen Lage, 
auch bei der allerklein- 
sten Verschiebung, als 
eine unangenehme Stö- 
rung empfunden wer- 
den muß, so daß die 
Rückkehr zum altein- 
gebürgerten, den gan- 
zen Aufbau nach oben 
harmonisch abschlie- 
ßenden, überdies auch 
handlicheren Deckel- 
knauf von selbst gege- 
ben war. Und doch 
hatte dieses Experi- 
ment - mehr war es offenbar nicht - gewiß seinen guten Grund: Durch jede 
Knauf bildung werden die Deckeloberflächen für Medaillonreserven unbrauch- 
bar, so daß nur Raum für ganz kleine seitliche Bildchen übrig bleibt, die für 
den Maler immer eine Verlegenheit bilden und meist nur mit emblematischen
	        

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