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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

die in ihrer alten 
Bemalung und 
Vergoldung be- 
sonders gut er- 
halteneI-Ialbiigur 
eines langlocki- 
gen, vorhanghal- 
tenden Knaben 
im Chorrock 
(Wandfigur) her- 
vorgehoben, des- 
sen Antlitz por- 
trätmäßige Züge 
zeigt.DasGegen- 
stück dazu war 
schon einige Jah- 
re früher in den 
Besitz des Muse- 
ums gelangt. Die 
Reliefiigur war 
jedenfalls imHin- 
tergrund eines 
Schreines ange- 
bracht und hielt 
den Vorhang, 
von dem sich die 
Hauptgruppe des 
Schreines abhob. 
(Etwa aus dem Abb. xz. Meister des Eggelsberger Altars, Anbetung der Könige 
ersten Jahrzehnt 
des XVI. Jahrhunderts.) Ein bedeutsames Werk des XVII. Jahrhunderts tritt 
uns in einer überlebensgroßen, bemalten Holzstatue des heiligen Christo- 
phorus entgegen, die allem Anschein nach aus Linz selbst stammt. Wir 
haben es hier wohl zweifellos mit einer alten Hausiigur zu tun; als solche 
war dieser Heilige (wie vor allem die vielen Christophorus-Fresken in den 
südlichen Alpenländern bezeugen) als Patron für die Errettung aus Lebens- 
gefahr besonders beliebt. Unsere Figur dürfte (wie für eine kleinere, durch 
ihr modisches Kostüm interessante lebensgroße Christophorus-Statue aus 
dem XV. Jahrhundert, die im Jahre 1910 für das Museum erworben 
wurde, sicher bezeugt ist) ursprünglich in der Nische des Flurs eines alten 
Linzer Hauses gestanden haben. Die manierierte Formensprache der 
Renaissanceplastik unserer Gegenden tritt besonders in der Gestaltung der 
Köpfe des Heiligen und des Christuskindes deutlich hervor; speziell der 
letztere ist ja bekanntlich zu einem prägnanten Typus erstarrt, der in den 
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