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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

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beiden abgebilde- 
ten, reich vergol- 
deten, überlebens- 
großen Holzsta- 
tuen des heiligen 
Augustinus und 
des heiligen Am- 
brosius (?) sowie 
zwei auf Wolken 
kniende, huldigen- 
de Engel von ge- 
ringerer Arbeit in 
das Diözesanmu- 
seum gekommen 
(Abb. 16 und 17). 
Ein kühner Ma- 
nierismus, der sich 
besonders in der 
tänzerischen Be- 
wegung der beiden 
Figuren, in ihrer 
gleichfalls stark 
bewegten Gewan- 
dung, den im 
Winde Hatternden 
langen Bärten und 
Haarlocken sowie 
in der drastisch- 
effektvollen Behandlung der Köpfe ausspricht, macht die Arbeit an den 
beiden Figuren, deren Proportionen übrigens stark auf die Untersicht berech- 
net sind, bemerkenswert. Ignaz Mähl ist wohl ein Sohn oder Neffe des Linzer 
Bildhauers Leopold Mähl, der im Anfang des XVIII. Jahrhunderts unter 
anderrn auch für St. Florian gearbeitet hat."' 
Aus der Pfarrkirche St. Georgen bei Tollet rühren die eleganten, etwa 
meterhohen, bemalten Holzstatuen (die Bemalung leider an den Fleischteilen 
erneuert) der Heiligen Karl Borromäus, Josef, Barbara und Katharina her 
(Abb. 18 bis 21). Auffallend durch ihre überschlanken Proportionen und hohen 
Taillen, die anmutige und lebensvolle Bewegung und die charakteristische 
porträtmäßige Behandlung des Kopfes des heiligen Borromäus (der übrigens 
fast überall in der Skulptur des XVIII. Jahrhunderts porträtmäßig gestaltet 
ist, so zum Beispiel an der Linzer Dreifaltigkeitssäule von Stumpfenegger, 
1723), erheben sie sich entschieden über den künstlerischen Durchschnitt 
der Holzarbeiten jener Zeit in unseren Gegenden. Der alte I-Iochaltar der 
" Czerny, „Kunst und Kunstgewerbe im Stift St. Florian", Seite 180. 
Abb. 14. Meister des Eggelsberger Altars, Tod Mariens
	        

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