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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

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und so ein vielstimmiges Konzert mit den + 
rnannigfaltigsten Instrumenten geben. Da sind 
die Impressionen der Weltkinder, die flüchtig 
hingeworfenen und gegenständlich sinnlichen 
Darstellungen wirklicher Vorgänge, rasch ge- 
schauter und festgehaltener Ausschnitte aus 
dem Leben neben den verträumten, verson- 
nenen Reflexen aus dem eigenen Innern. Dort 
etwa Oskar Laske mit den blitzartigen Lebens- 
skizzen, hier I-lildegard jone, die eine Mappe 
Steinzeichnungen „Meine Schwester" schafft 
und selbst im Porträtumriß Visionär bleiben muß. 
Der Hagenbund hat zwei Mitgliedern ein- 
zelne Räume gewidmet. Georg Merkel füllte 
einen Saal mit etwa 20 Ölbildern, die trotz ihrer 
altertümlichen Rahmungen mit verblaßtem 
Golde modernste Ausdruckskunst bringen; die 
trotz ihrer gegenständlichen Anlehnung an die 
klassische Mythologie ganz fern von eigentlich 
gegenständlicher Darstellung bleiben; sie sind 
alle aus einem Farbenakkord heraus geschaffen, 
in dem das leuchtendste Goldgelb und Rot die 
Grundelemente bilden, alle mit derselben natur- Goldschmiedomamente von Johannes Hanias 
fremden visionären Unrealität erfüllt - das (Aus dem Katalog der Ornamentstichsammlung 
schafft eine Ermüdung und eine Schablone. dßS Ö-Slßrr- Museums) 
Diese zu vermeiden und das Vielfältige mit 
reichern inneren Leben zu füllen, wäre nötig gewesen, um zu überzeugen und zu erheben, 
was wohl die unerreichte Absicht war, indem so vieles von einer Hand vereinigt wurde. 
Auch Oskar Laske mit seinem geschwinden Pinsel, seiner beweglichen Hand, füllt 
einen Raum. Er wieder kann nicht rasch genug schaffen, um all das Gegenständliche auf 
das Papier zu bannen, das sich ihm aufdrängt, wenn er die weite Welt beschaut, die ihm 
das Schicksal zu sehen bescherte. Da bleibt ihm wohl viel im Pinsel und Stift zurück, das 
niederzuschreiben wohl nötig wäre, um ganz verständlich zu sein. Aber oft, in glücklichen 
Stunden, weiß er das Feinste und Fesselndste 
aus dem Natureindruck auszuschälen und wie ein 
farbiges Kleinod aufseinem Blatt zu präsentieren. 
Es sind Blätter dabei - wie jene aus Südtirol und 
aus Kiew, die an treffliche Aquarelle von Alt ge- 
mahnen --, so fein und sicher ist der Luftraum, 
die Tonung, das Skelett des Gegenstandes gefallt 
und doch ist niemals ein Alt so keck und rasch 
hingeworfen. Dann wieder solche mit einem 
Überschuß an lebendigem Beiwerk, wie es eben 
nur Laske hinzuwerfen wagt. 
Ganz im gewissenhaften sorgfältigenUmriß 
und in fast schematischer Tonung suchen die 
Holzschnitte Hennebergs ihre Stütze. Der tüch- 
tigste Amateurphotograph, der in seinen großen 
'i Gummidrucken dem Lichtbild die malerischen 
Tonwirkungen abringen konnte wie kein anderer, 
er bleibt im Landschaftsbild, das er selbst nieder- 
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Nielliene Goldschrniedverzierung von Giovanni 
Battista Conslaniini (Aus dem Katalog der . . 
Omamentstichsammlung des Österr. Museums) schrieb, fast pedantisch trocken und gewissen-
	        

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