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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 9 und 10)

schutzes gegenüber Alt und Neu dargelegt und auch gezeigt, wie eine ältere, zweckrichtige, 
bodenständige Bauweise im Wohnbau auch in neuesten Bauten ohne Altertümelei fortleben 
kann, da die Anforderungen modernster Wohnkultur sich viel näher mit jenen älterer Zeit 
berühren als mit denen vor einigen Jahrzehnten. Für die Anführung der zahlreichen Bei- 
spiele möchte ich für eine zweite Auflage des Buches die Bitte an den Verfasser richten, 
für Häuser in größeren Städten wie Innsbruck nicht bloß die Hausnamen, sondern Straßen- 
bezeichnung und Hausnummer zu geben, da sein Buch künstlerisch interessierten Orts- 
fremden vielfach das geben kann, was unsere Reiseführer größtenteils noch vermissen 
lassen. Der Bedeutung des Fremdenverkehrs für Tirol entspricht eine eingehende Be- 
trachtung des Gasthof- und Hotelbauwesens, die sich der Ansicht anschließt, daß wir im 
alten Schloß- und Klosterbau Beispiele haben, die es allerdings nicht etwa zu kopieren gilt, 
an denen wir aber anlagen gibt dem 
lernen können, Verfasser Gelegen- 
Zimmeter legt heit,diestilgeschicht- 
bei der Betrachtung licheEntwicklungdes 
des städtischen Orts- auf den Tiroler Land- 
bildes den Unter- 
schiedzwischennord- gen Schmiedeeisen- 
und südtirolischem kreuzes kurz anzu- 
Bürgerhause dar; deuten. Neue, treff- 
liche solche Kreuze 
bringt er nach Ent- 
würfen von Professor 
Artur Payr in Prag. 
ebenso eingehende 
Darstellung widmet 
er dann der länd- 
lichen Bauweise in 
der Untersuchungder Ein Tiroler Hei- 
Typen des Tiroler matschutzbuch hat 
Bauernhauses, wobei noch genügendAnlaß, 
er in Wort und Bild 
die Störungen der 
dörflichen Erschei- 
nung durch das ver- 
städterte Bauernhaus 
auch das Gebiet der 
Volkstumsptlege zu 
betreuen. Eine Aus- 
wahl der Volksbräu- 
che wird mit der 
und Schulhaus be- S mm] der Familie sessa zu venedi Forderung nach ihrer 
kämpft: (Aus den}: Katalog der Omamentslichsamrnlgng des Wiederbelebung _ ge- 
Dle Bespre" Österr. Museums) geben; die freilich 
chung der Friedhofs- ebenso schwer erfüll- 
bar ist wie jene nach der Erhaltung der Volkstrachten und Volksspiele, die talweise be- 
schrieben werden, aber nur mehr selten bei besonderen Festen zu sehen sind. Bei allen 
Erhaltungs- und Wiederbelebungsbestrebungen hat man meiner Ansicht nach zu vermeiden, 
daß ein schauspielerisches Gehaben in das Volk getragen wird; Schaustellungen vor Städter- 
publikum bedeuten keine lebendige Erhaltung von Volkssitten im Volke. 
Die reiche Fülle und Güte dessen, was die Tiroler Volkskunst an Hausrat erzeugt 
hat, wie er teils noch im I-lausgebrauche des Volkes, teils in Museen sich darstellt, bewog 
Zimmeter zu dem sehr dankenswerten Versuch einer zusammenfassenden, kunstgeschicht- 
lichen Darstellung des Tiroler bürgerlichen Möbels, dem er die Charakterisierung des 
Bauernmöbels und der sonstigen Hausgeräte anschließt. Siebzehn Tafeln und Abbildungen 
erläutern diesen kenntnisreichen Exkurs, der die Arbeit Zimmeters in diesem Belang über 
den l-leimatschutzzweck zu einem Tiroler Kulturbild erweitert. Sein Buch ist eine Dar- 
stellung dessen, was Tirol an überkommenen Werten der Natur und Kunst birgt und zu 
wahren hat; aber es weist auch darüber hinaus, was dort wie anderwärts zu tun und zu 
unterlassen ist, um neue Werte zu schaffen. Es ist eingestellt auf die in der Heimatschutz- 
bewegung durchaus herrschend gewordene Richtung, die sich mit der wirtschaftlichen und 
 
friedhöfen so häufi- _
	        

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