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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

dergleichen in klar ausgeprägtem Schrägschnitt (Abb. I2, 13). Während aber 
diese Art in Ägypten im Gefolge der Tuluniden zunächst nur ein vorüber- 
gehendes Eingreifen des türkischen Elementes bedeutet, fmdet der eigentliche 
Umschwung im Osten selbst durch die Konsolidierung der türkischen 
Macht statt. Dort gründet um das Jahr rooo Mahmud von Ghasna 
ein ausgedehntes, bis nach 
Indien und Zentralasien sich 
erstreckendes Reich, von 
dessen überlieferter hoher 
Kunstblüte bisher nur we- 
nige Reste bekanntgeworden 
sind. Um so wertvoller ist 
ein kunstgewerbliches Denk- 
mal, die jetzt in Agra befind- 
liche I-Iolztür von dem Grabe 
Mahmudsj" deren Sternfül- 
lungen (Abb. 14, 15) die Mo- 
tive und die Prinzipien der 
alttürkischen Schmuckkunst 
in ihrer Fortführung zeigen. 
Hier treffen wir die entgegen 
denGrundsätzenorganischen 
Wachstums geführten Lap- 
penranken, die punküerten 
Bänder, Rankenbäumchen 
und schnörkelhaft zerlegte 
Tierköpfe und erkennen be- 
reits voll ausgeprägt die Züge 
jener Omamentik, die fälsch- 
lich mit dem Namen der 
„Arabeske" bezeichnet und 
- zum Teil von Motiven 
anderer Kunstkreise durch- 
setzt" - zum Um und Auf 
islaInischel-Dekorationskunst Abb. 17. Grabturm (Radkan bei Gutschan) 
wird, die gerade in der I-Iolz- 
kunst bis in späteste Zeit nachlebt. Als ein Beispiel der späteren, aus- 
gebildeten Arabeske gebe ich (Abb. I6) einige im Österreichischen Museum 
in Wien befindliche Türfullungen aus der Moschee Ibn Tuluns in Kairo, die 
wohl aus der Zeit der Restaurierung der Moschee unter Ladschin, Ende des 
XIII. Jahrhunderts, stammen. 
"' „joumal of the Asiatic Society of Bengal", 1843, N. S, x11, Pan 1, 
" Siehe Strzygowski, „Mshnttw („Jahrbuch der königlich preußischen Kunstsammlungen", XXV). 
Seite 3 3x.
	        

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