MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

 
Abb. 29. Sirtscheli-Medrese (Kenia) 
das verwendete Ziegelmaterial, ihre Anlageform und den reichen Fayence- 
schmuck die Hand persisch-türkischer Künstler erkennen. Die verschiedenen 
Elemente werden aber bald den Bedingungen des neuen Bodens angepaßt 
und durch den eigenen türkischen Geist umgewextet. In dem rauhen Klima 
verliert der I-Iof der Medrese seine Bedeutung als offener Versammlungs- 
raum, er schrumpft zusammen und wird mit der den Türken vom Osten her 
längst bekannten Kuppel überdeckt (Abb. 30). Diese wird zum beherrschenden 
Moment und die alte kubische Monumentalität erhält ihre sie steigernde 
Kontrastwirkung in der aufstrebenden Vertikale des nadelförmigen Minaretts, 
dessen Vorfahren wir bereits im weiteren Osten kennen lernten (Seite 12). 
Am deutlichsten aber ringt sich das eigen Türkische in der Bildung der 
„hohen Pforte" der Moscheen durch, die trotz ihrer meist nur geringen 
wirklichen Ausmaße den Eindruck monumentaler Größe erzielen. Hier ist 
der freie Schwung und die Natumähe persischer Blumenranken wieder in 
geometrische Gesetzmäßigkeit gebunden und den geradlinigen Bandmustern 
ursprünglicher oder in Stein übertragener Ziegelornamentik, rahmenden 
Schriftbändern, Stalaktitennischen und verknoteten Stabbündeln beigeordnet 
und das Ganze so zu einem in mehrere streng voneinander abgesetzte 
Parallelflächen geschichteten Relief zusammengesetzt (Abb. 31). Was in 
diesen Bauten an ornamentalen Elementen der verschiedensten Gebiete oft
	        

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