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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

 
metrischen Gebilden, wie Kreisen, Zylindern 
oder kugelförmigen Massen, geworden. In fast 
noch stärkerer Ausprägung erscheinen diese 
Züge bei einem anderen Goldtiere aus Kelerrnes 
(Abb. 2)," wo die Aufteilung des Körpers in Abb R_ d O h! 
schräg gegeneinandergestellte Flächen abermals (igdogTigffscjjg  z 
eine nicht organisch verbindende, sondern 
kubisch zerlegende Formkraft zum Ausdruck kommen läßt. Die dadurch 
entstehende Wirkung des Goldglanzes wird noch durch die hier erhaltenen 
farbigen Einlagen an Auge, Ohr und Nüster kontrastreich gehoben. Ebenso 
durch die omamentale Auflösung des mit den Klauen in eine zusammen- 
hängende Reihung zusammengefaßten Schwanzes, wo eigentümliche 
Schnörkelgebilde zusammenmit blattartigen Lappen die Naturgestalt völlig 
zerpfiücken. Noch weiter ist diese Zerpfiückung des Organischen und die 
formelle Bindung der Einzelteile in anderen Stücken, wie etwa Abbildung 3,"? 
geführt. Eine reiche Melodie durchströmt die von einem palmettenartig 
verzweigten Rankenbaum durchwachsenen Drachenkörper. Doch ist es 
nicht die Melodie einer bestimmten körperlichen Bewegung, vielmehr das 
Ringen zweier gegeneinanderwirkender Kräfte um eine Mitte, wie ja auch 
das mittlere Raumgebilde nicht dem aufstrebenden Wachstum entspricht. 
Dessen doppellappige, um den Hals der Tiere 
geschlungene Palmetten laufen ohne logischen 
Ansatz nach unten, um in der Mitte an einem 
sechsstrahligen Gebilde teilzunehmen. Und 
noch mehr! An der auch hier durch schräg- 
flächige Zerlegung erzielten Auflösung des 
Organischen nehmen auch noch in hohem 
Maße die negativen Ausschnitte und die 
farbigen Einlagen teil und erwirken die völlige 
Bindung des Bildwerkes zu einem neuen, von 
der Natur unabhängigen Organismus. Ähn- 
liches gilt von einem Ring, der einem am Oxus 
gemachten Schatzfunde angehört (Abb. 4), in 
dem Punktreihungen und Palmettenschnörkel 
an der Auflösung Anteil haben?" 
Verraten diese Stücke durch ihr eigen- 
tümliches monumentales Formgefühl den ein- 
heitlichen Geist eines bestimmten volklichen 
i" Vg1._ Strzygowski, „Altai-Iran und Völkerwanderung", 
Leipzig 1917, Seltexuo. 
"' Tolstoi und Kondakow, „Russische Altertümer", 111 
Abb- 5- (russische Ausgabe), Seite 52, Fig. 57. 
Gßldkmg aus dem Schlll V01! NIEY-Slßßi- '"' O. M. Dalron, „The Treasure ofthe Oxus", London 1905, 
Miklos (Wien, Kunsxbistorisches Museum) Seite x06, Fig. 63. 

	        

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