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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

was eigentlich dazustehen scheint, wenn man pennae in klassischem Latein 
versteht: Federkiele. Denn die verboten sich ihrer Unschmiegsamkeit und 
ungleichen Stärke halber von selbst. 
Die Vorlagen bestehen aus dem Musterbildchen und der erforderlichen 
Flechtanweisung in Zahlen ;" eingeteilt sind sie nach der Anzahl der senk- 
rechten pennae (Abb. 3). Also zum Beispiel ein Typus 20 pennarum ist 
für eine Flechtarbeit mit 20 senkrechten I-Ialmen bestimmt. Die Muster 
beginnen mit n und enden mit 47 Halmen. So sehr es einleuchtet, daß man 
zum Beispiel mit 1x I-Ialmen wohl etwas herstellen kann, was einer Borte 
ähnlicher sieht als einem Fächer - mit 5 Zentimeter dürfte die Breite des 
Blattes dann schon fast zu hoch angenommen sein, allerdings ohne Berück- 
sichtigung der unbedingt erforderlichen Einfassung -, der„Typus" entspricht 
doch nicht einem Rapport in der Weberei. Wenn man allerdings die Vorlage 
zweimal nebeneinander setzte, so ergäbe sich bei einem großen Teil ein 
Rapport, das heißt im Abschnitt 2 wiederholte sich mit Abschnitt I 
dessen Musterung, aber die Anschlüsse paßten nicht, und gerade diese 
Verbindungslosigkeit oder das Brechen durchgehender Linien lehren, daß 
solche Verdoppelung nicht beabsichtigt war. Das ergibt sich auch daraus, 
daß die Zahlenanweisung nur so benutzt werden könnte, daß Abschnitt I 
erst vollständig zu Ende geflochten würde und dann erst der folgende an die 
Reihe käme, wobei die Arbeit nunmehr durch Einflechtungen in senkrechter 
Richtung fortschreiten müßte. Die Muster sind danach durchaus als ein 
wenigstens in der Breite abgeschlossenes Ganzes aufgefaßt, so daß viele 
von ihnen auch die Wiederholungen eines Rapportes schon in sich zeigen. 
Die weißen Quadrate entsprechen den senkrechten Halmen, die roten und 
schwarzen den eingeiiochtenen horizontalen. Es ist beachtenswert, daß alle 
Bildchen am Anfang eine wagrechte Eintiechtung zeigen, auch wo sie in 
bezug auf das ganze Muster als sinnlos erscheint. 
Die der Übersichtlichkeit halber zu je zweien in Quadrate eingetragenen 
Zahlen sind einzeln zu lesen. Dann beschreiben sie das jeweilige Verhältnis 
von Horizontalen und Vertikalen, mit ersteren, wie schon gesagt, immer 
oben links beginnend und ohne Berücksichtigung der Enden der horizontalen 
Reihen nach unten rechts durchzählend. Wiederholt sich das gleiche Ver- 
hältnis öfter, dann wird über den betreffenden Ziffern die Zahl der Wieder- 
holungen angegeben, also zum Beispiel {'53 : 1,3 __ 1,3 _ 1,3; gelegentlich 
werden auch ganze Unterabschnitte in sich wiederholt, zum Beispiel hoc 
totum repetatur ad huc ter; immer aber wird nur so weit ausgeschrieben, bis 
gesetzmäßig wieder die gleichen Verhältnisse von vom beginnen, und dann 
auf den Anfang verwiesen. Die Höhe des Fähnchens scheint in gewissem 
Umfange ins Belieben des Arbeiters gelegt gewesen zu sein. Zur Unehre 
der beiden Verfasser muß gesagt werden, daß sich arg viele Fehler" in den 
" Ausgenommen die zweite. Die drei Nachträge der fremden Hand berücksichtige ich nicht mehr, sie 
geben nur Zahlen. 
H" Daher die vielen nachträglichen Verbesserungen und die Bxauchbarkeitsuneile späterer Benutzer wie: 
ist nit gerecht; erratum es: sed correxi und andere mehr.
	        

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