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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

Die drei anderen, mir in Württemberg begegneten Silberobjekte mit 
einer ähnlichen, zweifellos nun auch auf Bregenz zurückgehenden Beschau 
sind älter, wenn sie auch keine Jahreszahl aufweisen. Das vergoldete, mit 
Weißsilberauflagen geschmückte Ciborium der Kirche von Riedlingen (Abb. 2) 
ist mit seinen Engelsköpfen, großen 
Blumen wie auch den drei Nodus- 
Appliken ein besonders charak- 
teristisches Stück süddeutscher Ba- 
rock-Goldschmiedekunst aus den 
letzten Jahrzehnten des XVII. Jahr- 
hunderts. Viel Originalität hat aller- 
dings der Bregenzer 
Silberschmied F. H., a? m 
der sich leider aus den 
Kirchenbücherni vorläufig nicht 
feststellen läßt, nicht gerade ent- 
faltet; es ist der übliche Durch- 
schnittstypus, wie er - im An- 
schluß an gleichzeitige Augsburger 
Arbeiten - immer wiederkehrt. 
In derselben Richtung bewegen 
sich die Stücke in der Stadtpfarr- 
kirche zum heiligen Kreuz in Horb, 
nämlich der ebenfalls mit Weiß- 
silberauflagen geschmückte Kelch, 
der am Fuße drei Engel mit 
den Leidenswerkzeugen in etwas 
bauernmäßig kräftiger Art aufweist 
(Abb. 3), wie auch die gleichfalls 
nicht allzu zarte Meßkännchen- 
garnitur (Abb. 4), bei welcher 
vier Engelsköpfe mit ebensovielen 
Fächerpalmetten abwechseln; in 
dem glatten Körper der beiden 
Abb. 3. Kelch in der Stadtpfarrkirche zum heiligen Kreuz __ 
zu Hub Kannchen steckt noch etwas von 
dem strengeren Konstruktions- 
empfinden schlichter Renaisancearbeiten. Sowohl der Kelch als auch die 
Meßkännchen nebst Untertasse I, _ stammen aus der gleichen 
Werkstatt; der MeiSter F- 9-,  m dessen deutliche Marke auf 
allen Stücken wiederkehrt, hat sich abernochnichtbestimmen 
4 Die Bregenzer Pfarrmatriken sind nur zum Teil vorhanden und gehen auch nicht weit zurück. So 
beginnen die Sterbebücher erst mit dem Jahre r72r. Herr Dr. A. Ulmer, dem ich für die freundliche Mühewaltung 
verbindlichsl danke, hat auch in den älteren Trauungsbüchern weder den Meister F. O. noch den Goldschmied 
F. H. feststellen können; seine Vermutung, die Marke F. H. könnte auf den "anifrcisus statuarius" Fidelis 
Hundertpfund (gestorben in Bregenz am 28. September 1736) zurückgehen, vermag ich nicht zu teilen.
	        

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