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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

lassen. Die Bregenzer Stadtbeschau ist in allen drei Fällen voneinander 
verschieden. Das wohl älteste Zeichen - auf dem Riedlinger Stück f zeigt 
die unten abgerundete, oben gerade Wappenform; die drei Fellschwänzchen 
des Mittelbalkens sind als solche noch am deutlichsten zu erkennen. Die vier 
I-Iorber Stücke tragen die Beschau in hochelliptischer Form, während die 
reichste und späteste Arbeit, nämlich die Meßkännchengarnitur von Wangen 
(1721), am oberen Wappenrande über dem Mittelbalken eine deutliche Ein- 
kerbung aufweist. (Siehe Markenbilder nebst Stadtwappen.) 
Nachdem nun diese Beschau erkannt ist, wird es gewiß nicht schwer 
fallen, sowohl in Bregenz und Vorarlberg überhaupt wie auch weit darüber 
hinaus noch weitere 
Goldschmiedearbei- 
ten dieser Bodensee- 
  
Abb. 4. Meßkännchengarnitur in der Sradtpfarrkirche zum heiligen Kreuz zu Horb 
stadt festzustellen. Wenn sich auch ihre Qualität neben jener der alten 
Bischofsstadt Konstanz nicht ganz zu behaupten vermag, so werden doch 
so gediegene Treibarbeiten, wie namentlich die Meßkännchengamitur von 
Wangen - der Kaplan Menner hat jedenfalls den guten Meister Zwickle zur 
höchsten Reklameleistung aufzustacheln verstanden e gewiß nicht gering- 
schätzig behandelt werden dürfen. Unter den profanen Stücken werden wir 
ja kaum eine Überraschung zu erwarten haben; unter dem Kirchensilber 
dagegen, selbst weit von der Bodenseegegend entfernt, wird man sicherlich 
noch viele gute Goldschmiedobjekte aus Bregenz entdecken können. 
Wenn wir uns die Frage vorlegen, warum gerade Bregenzer Gold- 
schmiedewerke und nicht in gleichem Umfange solche etwa aus Lindau, 
Kempten oder Memmingen so weit herumgekommen sind, so ist die Kunst- 
geschichte um eine Antwort nicht verlegen. Gerade die Vorarlberger": Archi- 
"' Vgl. Professor Dr. B. PfeilTer: „Die Vorarlberger Bauschule auf schwäbisch-alernannischem Gebiet" 
("Württembergische Vierteljahrshefte" rgo4) oder Dr. Ing. Willy Fuchs: „Die baukünsrlerischen Beziehungen 
Vorarlberg: zu Oberschwaben" im „Schwäbischen Merkur" (Stuttgart, n. Oktober xgrg, Nr. 47x). 
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