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Volltext: Monatszeitschrift XXIII (1920 / 1, 2 und 3)

 
Abb. xo. Wanddekoration in Gipsstuck (Samarra) 
Abb. 7), die zerlegende Art der altaiischen Funde erkenntlich. An der Teppich- 
musterung (Abb. 8) ist das Streben nach völliger Anfüllung der Fläche durch 
das Rankenmuster zu beachten, so daß der Grund hinter dem Muster ganz 
zurücktritt und oft fast nur auf die Umrisse der Schnörkel beschränkt bleibt." 
Deutlich ist dieses Prinzip schon an Funden der sibirischen Bronzezeit (VI. bis 
IV. Jahrhundert v. Chr.) ausgeprä "l" und ist mit dem Eindringen der Nord- 
völker auch später an den gemalten Rankenbordüren der zentralasiatischen 
Tempel""'"" sowie an Ton-, Stuck- und Holzomamenten aus dem Khotan, 
Denkmälern, die dem III. bis VIII. Jahrhundert angehören, nachzuweisend- 
Von den den Prinzipien der Metallkunst in Motiven, Schrägschnittechnik 
und in der füllenden Verwendung der Muster nahestehenden Holzarbeiten 
dieser von Nordvölkern und dann von Türken durchsetzten Gebiete gibt ein 
dem III. Jahrhundert n. Chr. angehörender Stuhl aus dem Khotan (Abb. g)-H- 
ein Beispiel, das um so wichtiger ist, als die hier auftretenden Motive und 
' Vgl. auch Le Ocq, „Chotacho", obere Abbildung auf Seite 15. 
" Vgl. Martin, „L'Age du Bronze au Musee de Minussinsk", Stockholm x8g3. zum Beispiel Tafel 17, 
Nr. 17. - Analogien zu Assyrischern in solchen Bronzefunden lassen sogar auf ein noch höheres Alter schließen. 
Die Rankenbildungen in den a. a. O. abgebildeten Messern ergeben darin freilich einen Widerspruch, wenn man 
auf Grund sehr allgemeiner Vorstellungen annimmt, sie seien auf hellenistischen Einfluß zurückzuführen. Man 
wird sich doch die Frage vorlegen müssen, wann und in welcher Form diese Motive in der antiken Welt auf- 
treten, und ob es wirklich griechischer Geist ist. der sie primär und aus sich heraus geschaffen hat. Vgl. dazu 
Strzygowski, „Altai-lrm", Seite x08 B1; dagegen Talrica, „Ostasiatische Zeitschrift", xgxö, Seite x37. 
'" Le Coq, n. a. 0., Tafel 35, a r. 
i-M. A. Stein, „Ancient Khotan", Vol. II. Tafel XLI, LVlI, und derselbe, „Ruins of desert Catay", I, 
Tafel x22, x25. 
11' M. A. Stein, „Ancient Khotnn", II, Tafel LXVIII.
	        

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