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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 160)

Backhaus u. s. f. Wir glauben nicht zu viel zu sagen, dass dieser Bibliotheksaal zu den 
Sehenswürdigkeiten Wiens gezahlt zu werden verdient. Er gereicht der Burgertugend und 
dem Unternehmungsgeiste R. v. Waldheim's zu hoher Ehre. 
(Künetlergenossenschaflt) Die Samstag den 23. November abgehaltene Jahres- 
versammlun der Genossenschaß der bildenden Künstler Wiens eröffnete der Vorstand 
Herr Friedrich Schilcher mit einem dem dahingeschiedenen Künstler Anton Fernltorn 
gewidmeten Nachrufe. Nachdem hierauf die Versammlung den Jahresbericht beifallig ent- 
gegengenommen, ward zunächst zur Aufnahme neuer Mitglieder geschritten und wurden 
als ordentliche Mitglieder die Bildhauer Josef Bayer und Al. Lbher so wie der Historien- 
maler H. Max und ausserdem fünf ausserordentliche Mitglieder in die Genossenschaft 
aufgenommen. Der Vorsitzende theilte mit, dass ein Gesuch des Vorstandes an den Ma- 
gistrat der Stadt Wien um Erlassung der Communalsteuerzuschläge für das Künstlerhaus 
dahin erledigt worden sei, dass die Genossenschaft wohl verpflichtet sei, die Communal- 
steuern von jährlich 850 fl. zu entrichten, doch werde ihr von Seite der Commune für 
die Dauer von fünf Jahren eine Subvention von jährlich tooo ü. zugesichert. (BeifalL) 
Die Versammlung votirte dem Vorsitzenden so wie dem gesamrnten Ausschusse für ihre 
erspriessliche Thatiglteit im abgelaufenen Jahre den Dank der Genossenschaft. Es wurden 
hierauf zum Vorstande Herr Baron Karl Hasenauer, zu Ausschussmitgliedern die Herren 
Dr. Bareuther, Karl Costenoble, Professor Hans Makart und Friedrich Schilcher gewählt. 
Schliesslich theilte der Vorsitzende mit, dass in der österreichischen Kunstabtheilung in 
Paris von Privaten I8 Werke um den Betrag von 49.750 Francs und für die Pariser Aus- 
stellungslotterie 17 Werke um den Betrag von 21.250 Francs, zusammen also 35 Werke 
für 71.000 Francs angekauft worden sind. (W. A.) 
(Spitzenklbppeleü Die Spitzenklöppelschule in ldria zählte während des Schul- 
jahres i877f78 290 Schülerinnen, und zwar: in der ersten Ahtheilung to ordentliche und 
16 ausserordentliche, in der zweiten Abtheilung 42, respective 222. Von diesen Zöglingen 
waren 25x ledigen Standes und 39 verehelicht, 199 wohnten in ldria selbst, 91 in der 
Umgegend bis auf eine Entfernung von drei Stunden; m5 derselben haben die Volks- 
schule absolvirt. Die Leistungen der Schülerinnen bestanden in der Anfertigung aller 
Hauptgattungen von Spitzen auf Grund der in Idria gebräuchlichen Klbppeltechnik, auch 
wurden die Spitzen ein-, zwei- und dreifarbig erzeugt. 
(Sohnitzaohnla) Aus Mondsee wird der nLinzer Tgspstm berichtet: Am t. Dechr. 
fand in Mondsee eine Ausstellung der Schnitzschule statt. Hatte schon bei Gelegenheit 
der Generalversammiung des deutschen und österreichischen Alpenvereines zu lschl die 
industrielle Ausstellung so Manches aus Mondsee aufzuweisen, was , abgesehen von den 
auscrlesenen Kunstschnitzereien des Herrn Wenger, allgemein ansprach, so zeigte diese 
Ausstellung einen Reichthum an Mobelstucken, Rahmen, Arabesken zu Einlagen, an ver- 
schiedenen usuellen Kleinigkeiten, an Thiergruppen, Statuetten etc., der um so mehr er- 
freulich war, als er die Befähigung der Schüler für ihren Beruf zu den verschiedenen 
Kunstgcwerben darlegte. 
(Gent-mloomite zur Forderung der Erwerbsthatigkeit der Erz- und Riesen- 
gebirgsbewohner.) Herr Richard Ritter v. Dotzauer berichtete in der Sitzung vom 
17. December 1878 über die Spitzencollection, die im Auftrage lhrer Mai. der Kaiserin 
für die Pariser YVeltaussXellung angefertigt wurde. Die prächtigen a l'aiguille-, Duchesse- 
und Chantilly-Spitzen dieser Collection erregten allseitige Bewunderung, desgleichen die 
wunderhübsche Cassette, welche Herr v. Dotzauer, von auswärtigen Erzeugnissen absehend, 
in der Etuifabtik von Robert Schelzl in Prag, Graben, für diesen Zweck anfertigen liess. 
Ein sehr erfreuliches Moment sei bei der in Rede stehenden Angelegenheit die glückliche 
lclee, dass die Collection durchwegs österreichische Muster und österreichische Arbeit 
repräsentirt. Dies habe auch zu_der schätzbaren Folge geführt, dass der Professor der 
Kunstgewerheschule in Wien, Herr Reg.-Rath Storck, dessen Mitwirkung in dieser An- 
gelegenheit Herr R. v. Dotzauer in warmen Worten beleuchtete, nach Ausführung der 
Muster für die Collection sich auch weiterhin auf das Zeichnen von Spitzenmustern ver- 
legte, worin er bereits einige junge Leute unterrichtet. lm Laufe der Debatte, die sich 
an die Vorlage der Spitzencollection knüpfte, fand der Gedanke allseitige Zustimmung, 
dass es zur neuerlichen Auffrischung des allseitigen Interesses für die Spitzenindustrie 
sehr zuträglich Ware, wenn die Collection lhrer Majestät nicht im gewöhnlichen Wege 
übersendet, sondern überreicht werden wurde. - Fur die zu gründende Stickmuster- 
Zeichenabtheilung an der Kunstgewerbeschule in Wien hat Herr Bollarth in Wien bereits 
Stipendien im Betrage von teoo f]. gestiftet. (Boh.) 
(Brannenmonument in lschl.) Bekanntlich wird in lschl zum Andenken an 
Erzherzog Franz Karl ein Brunnenmonument errichtet. Das von Herrn Professor Greil 
in kleinerem Maßstabe gearbeitete Modell war während des Sommers im Casino aufge-
	        

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