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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 161)

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eine bestimmte Zeichnung passt oder nicht passty darum handelt es sich.] Der Verf. 
empfiehlt den Tambourir-, Ketten-, St1el-, Stopp, Knotchen- und Plattstich und gibt 
auch die Bezugsquellen für das Stickmateriale an. ln Wien ist an gutem Stickmatcrial 
für Leinwandstickerei kein Mangel. 
"La vera Perfettione." Venetianisches Stickmusterbuch vom Jahre 1567, 
herausgegeben von J. Ongania. Venedig, 1878. 
Die Buchhandlung Mnnster-Ongania in Venedig setzt mit ruhmlicher Consequenz 
die Publication alter venetianischer Stickmusterbücher auf heliographischem Wege fort 
und hat so eben als siebente Publication das Stickrnusterbuch vLa vera Perfettione del 
disegno di varie sorti di Recami et di cucine punti a fogliami punti tagliati punti a Eli 
et rimessi punti in cruciati punti a stuora et ogni alta arte che dia opera a disegni. ln 
Venetia, appresso Giov. Ostaus 1567u veröffentlicht Das Werk, einer Signora Lucretia 
Contarini (vermalt mit einem Printi) dedicirt, ist in dieser Ausgabe vom Jahre 1567 in 
Mr. Bury Pallisefs (franzosiscber) Geschichte der Spitzen nicht erwähnt, sondern erst in 
jener vom Jahre 159i. Der Herausgeber, ein Herr Giovanni Ostaus, scheint ein Deutscher 
und ebenso scheinen auch die Zeichnungen deutschen Ursprunges zu sein; sie haben 
eine deutliche Verwandtschaft mit deutschen Spitzenmusterwerken des XVl. Jahrhunderts. 
Die uns vorliegende Ausgabe in Queroctav enthält 34 Stickmusterblätter und ausserdem 
Titel, drei Widmungsblätter: an Lucretia Printi, eines an den Leser und eine Schluss- 
Vignette des Druckers Giov. Ostaus. Wir empfehlen diese Publication der Aufmersamkeit 
iener Leser, die sich für Stickerei und Spitzenfabrication interessiren. 
Bei diesem Anlasse bemerken wir, dass die Preise für alle Stickmusterbücher sich 
so sehr steigern, dass es wirklich gut ist, wenn durch photographische Puhlicationen der 
weiteren Preissteigerung ein Damm gesetzt wird, denn in dem jüngsten Katalog der 
-Livres rares- von Tross (1878, IV) finden wir ein Venetianisches Spitzenmusterbuch 
i-Esemplario nuovo che insigna- etc. (opera di G. A. Tagliente) vom Jahre 1531, mit 
dem Preise iäoo Frcs., ein zweites all Teatro delle nobili et virtuose Donnev der Catanea 
Parasole Romane, Roma x616, mit 1800 Frcs. verzeichnet. Glücklicherweise besitzt die 
Bibliothek des Oesterr. Museums bereits das zweitgenannte Stickmusterbuch in derselben 
Ausgabe. 
Tenax, B. P. (B. Prössel): Die Steingut- und Porcellanfabrication als 
höchste Stufen der keramischen Industrie. Leipzig, Gebhardt, 1879. 8. 
In compendiöser Fassung wird uns durch das vorliegende Werkchen das Gesammt- 
gebiet der angegebenen Fabricationszweige vorgeführt. Klar in der Darstellung, mit Ver- 
meidung aller jener kaum verwerthbaren Einzclnheiten, wie sich solche sonst nur zu oft 
von Buch zu Buch schleppen, bringt der Verfasser alles principiell Wichtige, überall den 
praktischen Fachmann bekundend. Den Lesern des mSprechsaal-w (und dies will ungefähr 
sagen: Fast allen Keramikern Deutschlands und Oesterreichs) ist B. P. Tenax übrigens 
ein alter Bekannter, und wird gewiss jeder von ihnen das Erscheinen seines Buches mit 
Freude begrüsst haben. 
Dass die Ansichten des Verfassers von dem Kunstästhetiker nicht immer ge- 
billigt werden können, soll und wird dem Buche bei seinen übrigen Vorzügen nicht 
zum Schaden gereichen; wie viel in dieser Beziehung gerade der Techniker irrt - und 
dies fast ausnahmslos - ist Jedermann bekannt; da aber wo er frohlockt, trauert zumeist 
der Künstler. Wir wollen auch dem Verfasser nicht zum Vorwurf machen, dass er 
sein Feld für das beste halt auf dem weiten Gebiete der Keramik, mit dem Wunsche 
aber schliessen wir diese Zeilen: Es mögen sich für die übrigen Zweige der Thonwaaren- 
industrie bald so tüchtige und gewissenhahe Bearbeiter finden, als Steingut und Porcellan 
den ihrigen in B. P. Tenax gefunden haben. 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Schenkung des österreioh-ungar. Gomitäs an das Oesterr. 
Museum.) Die Sammlungen des Oesterr. Museums haben durch die 
Schenkungen des östern-ungar. Comitäs, welches sich in Paris constituirt 
hatte, einen nicht unbedeutenden Zuwachs erhalten. Es sind zwar noch 
nicht alle Gegenstände angekommen - es fehlen noch die Sendungen 
der Firmen Minton, Th. Deck u. a. m. - gleichwohl glauben wir die
	        

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