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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 161)

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schnittlichen Metallstarke von anderthalb Linien hat das Ganze ein Gewicht von zwei 
Centnern, wahrend es gegossen vielleicht das Dreifache wiegen und um die Hälfte mehr 
kosten wurde. 
(Ausstellung architektonischer Skizzen in Berlin.) Ein Comite, bestehend 
aus den Architekten Luthmer, Schutz, Stöckhardt, Zaas und Ziller, dem Histo- 
rienmaler Meurer und dem Geh. Reg-Rath Lüders, ist in Berlin zu dem Zwecke zu- 
sammengetreten, daselbst vom 15. April bis 1. Juni eine Ausstellung von Reiseskizzen, 
decorativen und kunstgewerblichen Aufnahmen zu veranstalten; auch deutsch-österreichische 
Künstler sind zur Betheiligung eingeladen. Es ist dies ein Unternehmen, dem wir um 
der Sache willen besten Erfolg wünschen, denn ausser dem Kunstgenusse, den gerade 
solche frisch unter dem Eindrucke der Kunstwerke von geschulter Hand hingeworfene 
Skizzen gewähren, wird die Ausstellung auch in einem gewissen Bezug praktische Ziele 
verfolgen können, praktisch im Sinne des Kunstunterrichtes. Ein möglichst ausführlicher 
Katalog der ausgestellten Skizzen wird künftighin als eine Art von Führer reisenden 
Künstlern Winke geben können, welche Kunstwerke bereits künstlerische Aufnahme er! 
fahren haben, und auch kunstsinnigen Verlegern, welche kunstgeschichtliche, architekto- 
nische oder kunstgewerbliche Publicationen beabsichtigen, wird ein solcher Katalog werth- 
voll sein. 
(Wiedererweokang der Zünfte.) Es darf nicht unbemerkt bleiben, dass im 
Deutschen Reiche Anstrengungen verschiedener Art gemacht werden, das lnnungs- 
und Zunftwesen neu zu beleben. S0 lesen wir in der wA. Allg. Ztg.- Folgendes aus 
Baden, 19. Januar: "Der Druck der Zeit macht sich überall fühlbar, daher überall die 
vielfachen verschiedenartigen, einander sogar widerstreitenden Versuche zur Besserung. 
Von der Wiedererweckung der Zünfte ist lange geredet worden, jetzt wird es uns verr 
gönnt sein, einen praktischen Versuch auf diesem Felde zu beobachten. In Pforzheim 
wollen die Schmiede eine lnnung gründen, in Freiburg sind bereits zwei derartige Ver- 
eine, nämlich der Tischler und der Schuster, gegründet. Neben der Pflege des zünftigen 
Gemeingeistes wollen dieselben die Ausbildung der Lehrlinge, sowie die Herstellung eines 
besseren Verhältnisses zwischen Meister und Gesellen fördernnv - In Osjnahrück hat 
die Stadtvertretung die Angelegenheit der Reorganisation des lnnungswesens in die Hand 
genommen. Auch ein Erlass des preussischen Handelsministeriums beschäftigt sich mit 
dieser gegenwartig viel ventilirten Frage. 
(Wanderausstellung) Am 16. Decbr. v. J. fasste der Pforzheimer Kunstgewerbe- 
verein den Beschluss, eine Wanderausstellung stylgerechter Gnld- und Silber- 
waaren zu veranstalten. Jetzt, nach erlangter Genehmigung der Regierung, verölientlicht 
der Verein das Programm des Unternehmens. Die Gegenstände, aus 13'{,karätigem Golde 
verfertigt, sollen -alle Artikel der Biiouterie-Fabrication umfassen und unter strengster 
Wahrung der Stylreinheit sich doch im Allgemeinen der Verkaufsgelegenheit des deut- 
schen Marktes anpassenm Die Sammlung soll in allen grösseren Städten des Deutschen 
Reiches zur Ausstellung kommen. Mit der Ausstellung ist eine Lotterie verbunden, welche 
bei 7500 Losen zu 2 Mark 410 Gewinnste haben wird, deren niedrigster nicht unter 
10 Mark, deren hochster nicht über 300 Mark Werth haben soll. Durch diese Lotterie 
glaubt man die Kosten des Unternehmens decken zu können. Sollte es den Unterneh- 
mern gelingen, den ferner erstrebten Zweck zu erreichen, nämlich den Beweis zu liefern, 
dass man in Deutschland nicht nur billig und schlecht arbeite, sondern auch gut, schön 
und doch billig, dann wäre ihnen gewiss eine der schönsten Bürgerkronen zuzuerkennen. 
(A. A. Ztg.) 
Das Budget das Deutschen Bandesrathea für Kunstzwenke enthalt für das 
Jahr 187g folgende ausserordcntliche Posten: Für die Ausgrabungen auf dem Boden des 
alten Olympia 150.000 Mk., zum Bau des Botschaftshütels in Wien 100.000 Mk., 
zur inneren Einrichtung der Repräsentationsraume im Botschaftshötel in Wien 120.000 Mk., 
zum Ankauf und Ausbau der Casa Zuccari in Rom 325.000 Mk. Der Posten für 
Olympia, sowie der letztgenannte Posten, sind durch besondere Denkschriftcn motivirt. 
Bezüglich der Casa Zuccari wird das Bedurfniss nachgewiesen, der deutschen Künstler- 
schaft in Rom einen dauernden Mittelpunkt für die Studien zu gewinnen. Die Casa 
Zuccari, einst der berühmten Malerfamilie der Zuccari gehörend, ist auclfals Casa Bar- 
tholdy bekannt. Dort wohnte 1812 der preussische Generalconsul Bartholdy, der ein 
Zimmer von deutschen Künstlern (Cornelius, Overbeck, YV. Schadow, Veit) schmücken 
liess. Die Casa Zuccari-Bartholdy liegt gleich am Anfange der Via Scotina, nahe beim 
Monte Pincio. 
 
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