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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 164)

warm empfohlen wird. Den Anlass zu dieser Verfügung hat die bereits 
vollzogene Gründung einer Schuhmacher-Innung in Osnabrück gegeben, 
deren vortreffliche Statuten ähnlichen Vereinsbildungen zum Muster dienen 
können. Auch durch den Münchener Kunstgewerbeverein wurde diesem 
Gegenstande eine erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet, und man hat dort 
Fragen erörtert, die sich auf den Unterricht in der Werkstätte oder im 
Atelier beziehen. Wo auch immer im deutschen Reiche der Versuch ge- 
rnacht wird, die Schäden, welche im Gewerbeleben hervortreten, zu be- 
kämpfen, immer wird die Frage ventilirt werden müssen: v-Wie stellt sich 
der Versuch einer Regeneration des Gewerbelehens durch den Unterricht 
in der Werkstatt oder im Atelier gegenüber der Volksschule, wie sind 
die Interessen des Innungswesens mit den bestehenden Volksschulgesetzen 
in Einklang zu bringen? Welchen Einfluss haben die Vulksschul-lnstitu- 
tionen auf das Gewerbeleben und welchen Modilicationen müssen erstere 
unterzogen werden, damit es möglich werde, die angestrebte Reform im 
Gewerheleben ungehindert dLIIChZUfÜhTCnPu 
(Fortsetzung folgt.) 
Literaturboricht. 
Trachten, Haus-, Feld- und Kriegsgeräthschaften der Völker alter und 
neuer Zeit, gezeichnet und beschrieben von Fr. Hottenroth. 4.. 
Liefg. 1 u. 2. Stuttgart, Gustav Weise, 1879. 
Dieses aus ungefähr 16 Lieferungen zu 12 Abbildungstafeln und zwei Bogen Text 
bestehende Costümwerk soll -eine Art illustrirter Culturgeschichte auf dem Gebiete des 
Costüms- werden, und rechnet, unvollständiger, praktischer und weniger kostspielig: als 
ältere Arbeiten der Art, nicht blos auf das Interesse der Fachkreise. Der Text speciell 
-soll den Künstler vor der Versuchung bewahren, durch blos willkürliches Zusammen- 
ralfen des Schönsten, des Guten (!) zu viel zu thun, Ungehüriges zu verbinden und Ver- 
stösse gegen die Zeit und Oertlichkeit zu begehem. Diese Aufgabe wirklich zu erfüllen, 
wird durch die ausserste Beschränkung des Umfangs doppelt schwer gemacht. So nimmt 
alles über Tracht, Geräth, Kriegswaße, Schiffsbau etc. etc. der Egypter Gesagte noch nicht 
den vierten Theil des Raumes ein, welcher in der Costütnkunde von Weiss diesen Dingen 
gewidmet ist, und es darf uns nicht wundern, dass mancherlei für das Verstandniss un- 
entbehrliche Erläuterungen keinen Platz gefunden haben. Wie sollen z. B. Verstösse der 
oben angedeuteten Art verhütet werden, wenn die geHügelte Sonnenscheibe, der Uräus 
u. dgl. m. ohne Eingehen auf die Symbolik abgebildet werden? Auf den Tafeln gehen 
leider häufig Copien nach authentischen Abbildungen und freie Compositionen von sehr 
problematischem Werthe bunt durcheinander. Besonderes Augenmerk ist auf die Klei- 
dungsstücke, deren Zuschnitt, die Art sie zu tragen etc. gerichtet, so dass es den An- 
schein gewinnt, al: habe der Verfasser sich als sein Publicum vornehmlich jene Künstler 
gedacht, welche wihre Handlungen auf den weltbedeutenden Brettern spielen lassenl. Und 
für solche Kreise dürfte das Werk auch am meisten geeignet sein. 
Heinr. Frauberger: Die Kunstausstellung auf der Pariser Weltaus- 
stellung 1878. Leipzig, K. Scholtze, 187g. 8. 
lm zweiten Hefte von Scholtzds gewiss zeitgemassern und der Aufmunterung wür- 
digem Unternehmen eine kunstgewerbliche Taschenbibliothek zu veröEentlichen, erschien 
Fraubergers Bericht über die Kunst- und Hausindustrie auf der Weltausstellung in Phila- 
delphia; im 3. und 4,. Hefte bringt derselbe Verfasser eine Geschichte des Fächers, und 
im vorliegenden fünften seine Wahrnehmungen über die Kunstindustrie im Ausstellungs- 
palaste auf dem Marsfelde 1878. Wenn die Geschichte des Fächers wegen geringerer 
Gründlichkeit von der Fachkritik minder günstig aufgenommen wurde, so zeigt sich in
	        

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