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Full text: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 164)

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Wirken zu unterstützen zu den angenehmsten Pflichten jedes Patrioten 
gehöre, an diesem alle Völker Oesterreichs hochbeglückenden Tage das 
genannte Werk zum Geschenke mache. 
(NBIIG Erwerbungen.) Dank der Muniücenz des h. k. k. Ministeriums für Cultus 
und Unterricht, welches eine ausserordentliche Dotation von azoo Gulden zur Verfügung 
stellte, war es der Direction des Museums ermoglicht worden, sich an der Auction der 
Grafl. Enzenberg'schen Kupferstichsammlung zu betheiligen. Das Ergebniss dieser Be- 
theiligung kann als ein sehr erfreuliches bezeichnet werden, denn trotz der in Folge aus- 
ländischer Concurrenz ungemein hohen Preise für Ornarnentstiche gelang es, über hundert 
Blatter zu erwerben, welche eine wesentliche Bereicherung einzelner Gruppen der Orna- 
mentstichsammlung darstellen. Da sind vor Allem 38 Blatt der treElichen deutschen Klein- 
meister Aldegrever, Altdorfer, Barthel u. H. S. Beham, Virg. Solis zu nennen, zwei für 
Tellerzier ausgezeichnete Blätter von Stefano della Bella, Möbelstücke und lnterieurs, wie 
das kostbare Blatt nder Orgelspieler- von Israel van Mecken. ein Blatt aus der Folge hi- 
storischer Darstellungen von Furnius nach Stradanus, ein verzierter Schrank des Monogram- 
misten H. S. mit dem Winkelmass, eine ganze Reihe von Costüm- und Thierfiguren von 
Goltzius, Virg. Solis, Hollar, Fyt, J. van den Hecke: reizende allegorische Darstellungen 
von Ladenspelder und M. de Vos, mythologische Scenen (zo Bl.) von Brebiette, Rahmen- 
zierstücke von Crispin de Passe, Zeichenbucher von Nic. Poussin, Sadeler und Pitteri, ein 
Blatt mit prächtig getriebenen Walfenstücken von N. della Casa nach Bandinelli. Den 
genannten, für die allgemeine Ornamentik verwendbaren Stücken reihen sich auch ein- 
zelne gute Grabstichelblätter nach Raphael, Guido Reni u. A. m. an, welche sich für 
Wiedergabe auf Majolicaschüsseln sehr gut eignen 
Alle diese Erwerbungen sind wesentlich als eine Vermehrung des Lehrmateriales 
unserer Bibliothek anzusehen und somit hat das Ministerium, welches gleichzeitig der 
Akademie der bildenden Künste Sooo ß. für Betheiligung an der Enzenbergschen Auction 
anwies, durch diese ausserordentliche Geldbewilligung sich die Künstler und Kunstindu- 
striellen neuerdings zu Dank verpflichtet, abgesehen davon, dass auf diese Weise ein nicht 
unbedeutender Theil der Enzenbergschen Sammlung dem lnlande erhalten blieb. 
(Jublläumsadresse des Museums.) Aus Anlass der Feier des 
fünfundzwanzigsten Jahrestages der Vermählung Ihrer Majestäten richtete 
das k. k. Oesterr. Museum für Kunst und Industrie im Vereine mit seinen 
Zweiganstalten an Ihre Majestäten eine I-Iuldigungsadresse, deren künst- 
lerische Durchführung den Professoren der Kunstgewerbeschule, den Herren 
Architekt I-Ierm. Herdtle und Historienmaler E. Donadini übertragen 
war. Die Decoration der Adresse, auf Pergament gemalt, wurde von Pro- 
fessor Donadini componirt und ausgeführt und enthält auf einer über eine 
reiche Architektur herabhängenden Cartouche den Text der Huldigung. 
Dieser I-Iaupttheil des Blattes ist auf zwei Seiten von einem Friese ein- 
gefasst, der auf gesättigt blauem Grunde an der Langseite feines Gold- 
ornament mit dazwischen schwebenden Kinderf-iguren enthält. Diese Amo- 
retten tragen Embleme der Kunstindustrie und unten an diesem Theile 
des Frieses ist in sinniger Weise eine Vedute von Wien mit seinem 
Wahrzeichen , dem Stephans- Thurme, und dem Museumsgebäude am 
Stubenring im Vordergrunde angeordnet. Im Querfriese der Randein- 
fassung mitten über der Architektur mit der Textcartouche halten zwei 
reizende Amoretten ein silbernes Medaillen mit dem Doppelporträt Ihrer 
Majestäten, eine Abbildung der von der Stadt Wien aus Anlass der sil- 
bernen Hochzeitsfeier gestifteten Medaille. Ein kleinerer Schild unter 
diesem Porträtmedaillon enthält die Namen der Sprösslinge des Kaiser- 
paares, Ihrer k. und k. Hoheiten des durchl. Kronprinzen Erzherzogs 
Rudolf, der Frau Prinzessin Gisela und der Frau Erzherzogin Valerie. 
Ein zweites Pergamentblatt trägt die Namen der Curatoren, des Aufsichts- 
rathes und der Mitglieder obgenannter Institute. Diese Adresse liegt in 
einer Enveloppe, die nach dem Entwurfe des Professors Herm. I-Ierdtle 
angefertigt wurde. Sie ist aus leicht abgetöntem, weisslich gelbem Leder 
ohne jegliches Relief ausgeführt und mit zartem eingepressten, theils 
schwarzem, der Hauptsache nach aber von handvergoldetem Ornamente
	        

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