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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 165)

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(Neu ausgeatelltz) Eine grosse Collection von Alt-Meissener Porcellan, Eigenthum 
des Grafen Keglevich; - eine Collection geschnitzter und decorirter Rahmen von Ch. 
Ulrich 81 Comp.; - lntarsiatafel mit dem Selbstporträt des Künstlers Antonio Barile 
vom Jahre 1502; - Fächer von Elfenbein mit Malerei, Eigenthum des Herrn Oberlieute- 
nants Questiaux; - Portratbüste, ausgeführt vom Bildhauer Löher in Wien; - Titan, 
Gypsfigur von E. Mayer, Schüler des Prof. Zumbusch; - Simson von Th. Blot- 
nicki, desgleichen; - geschnitzte Mobel vom Bildhauer Rudrich in Wien; ein Feld 
des Kanzelgitters der Votivkirche nach dem Entwurfe des Oberbaurnthes von Ferstel, 
ein Trinkhorn nach Zeichnung des Architekten Fröhlich, montirt in Schmiedeeisen vom 
k. k. Hofschlosser Ign. Gridl in Wien; -- Schreibtisch vom Tischlermeister Seisz in 
Wien; - grosser getriebener Pocal von vergoldetem Silber vom Jahre 1580, edelste Nürn- 
berger Arbeit von Wenzel Jamnitzer, Eigenthum des Grafen Ferdinand Zichy; - 
grosse Laterne aus der Gruppe der Spengler vom historischen Festzuge, gearbeitet und 
ausgestellt von R. Geburth;-- goldenes Diadem, Copie nach antikem Originale von A. 
Castellani in Rom;- Gobelingewebe aus dem XVI. Jahrhundert, Eigenthum des Museums; 
- Glasgegenstande von J. Schreiber 81 Neffen, von C. Stolzle und von H. Ull- 
rich; - Shawls und Shawlgewebe von Em. Thieben; - Stickereien von J. M. Hoch- 
stadter; - Decorationsgewebe von Phil. l-laas 6x Söhnen; - Silberarbeiten von 
V. Meyer's Söhnen; - Gold- und Schmucltgegenstäride von Reinefs Erben und 
von Augustin; - tauschirte Gegenstände von Nowak und von Grünwald; -Sticke- 
reien von Frau N. Huber, Frau A. Gosehala, Frau J. Pollinger und Fräulein 
M. Deutsch; - Möbel von Klopfer; - Schnitzereien von M. Pecherstorfer und 
A. J iratko; - Bronzen von C. Lux u. s. w. - Banner und Costüme vom historischen 
Festzug, theils Privatbesitz, theils Eigenthum des städtischen Walfenmuseums, besorgt 
und aufgestellt durch C. Giani; - zwei grosse Fahnen des Oesterr. Museums, gezeichnet 
von Prof. Sturm und gemalt von dessen Schülern; - Collection moderner Bucheinbande, 
Geschenk der Buchhandlung Gerold 8: Camp. 
Die grosse Glasnusstellung von J. 8x L. Lobmeyr wurde Sonntag den 18. Mai ge- 
schlossen und der Saal Vl ist nunmehr der wechselnden modernen Industrie zurück- 
gegeben. 
(Das kunstgewerbllohe Museum in Prag.) Die Prager Handels- und Gewerbe- 
kammer versendet soeben ihren ersten Bericht über den Stand der Vorbereitungsarbeiten 
zur Errichtung eines kunstgewerblichen Museums in der böhmischen Hauptstadt. Seit 
einem Decennium wird die Gründung dieser Anstalt beabsichtigt, aber Schwierigkeiten 
aller Art, auf welche wir hier nicht näher eingehen wollen, verlangsamten die Durch- 
führung des schonen Planes. Um so anerkennenswerther ist das klare, zielbewusste Vor- 
gehen dieser Behörde im Vereine mit einigen wahrhaft patriotischen Kunstfreunden, das 
weise vorbauende Schalten mit den verfügbaren Geldmitteln, wie sich dies aus dem vor- 
liegenden Berichte ergibt. Wir wünschen nur, dass dieses auf Hebung der Kunstgewerbe 
und des Volkswohlstandes in Böhmen abzielende Unternehmen mehr Gönner finde als 
bisher, damit das kunstgewerbliche Museum sich cntfalre und reiche Früchte tragen 
könne. Uebrigens bürgen auch die Namen der gegenwärtig am meisten hervortretenden 
Herren Dormizer, v. Dotzauer, v. Lanna und Dr. Schebek dafür, dass eine Ab- 
schwachung des Interesses nicht zu befürchten ist. Allerdings wird dessen factische Er- 
otTnung erst in vier Jahren stattßnden, wenn das von der bohmischen Sparcassa gebaute 
Künstlerhaus, Rudolphinum, vollendet sein wird. Die auf der letzten Pariser Ausstellung 
bereits für das neue Museum angekauften Gegenstände waren in der zweiten Hälfte des 
Monats Mai von der Handels- und Gewerbekammcr in einem Privathause zu einer kleinen 
Ausstellung vereinigt worden. 
Die Klbppelaohule in Idrla hat durch den am zo. Mai nach längerem Leiden 
erfolgten Tod ihrer Leiterin und Lehrerin Johanna Ferjandie einen fast unersetzlichen 
Verlust erlitten; ihrer Thatigkeit ist es in erster Linie zuzuschreiben, dass sich diese 
Schule in so rascher und glänzender Weise entwickelt hat. 
(Münchener Knnatgawerbeverein.) Derselbe hat den Director des Oesterr. Mu- 
seums, Hofrath v. Eitelberger und den Vicedirector, Regierungsrath v. Falke, zu 
seinen Ehrenmitgliedern ernannt. 
(Ratrospaotlve Ausstellung der Stadt Florenz.) Die Stadt Florenz hat auf 
Anregung mehrerer einflussreicher Kunstfreunde und Sammler beschlossen, im Monate 
November dieses Jahres eine grosse retrospective Ausstellung zu veranstalten, auf welcher 
in möglichst reicher Vertretung sämmtliche transportable Kunstschatze Toscana's von den 
antiken Zeiten an bis einschliesslich zum siebzehnten Jahrhundert der olfentlichen Be- 
sichtigung zugänglich gemacht werden sollen. Der König gestattete, dass die ausgedehnten 
Räumlichkeiten des Palazzo Pitti als Ausstellungslocnle verwendet werden dürfen, jedoch 
mit der Clauscl, dass die Galerie Pitti ganz unabhängig von dieser Ausstellung dem Be-
	        

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