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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIV (1879 / 165)

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Bemerken müssen wir, dass die Araber, was die alte Zeit betrifft, 
hinsichtlich der Bedeutung dieses Stoffnamens mit den Persem auseinander 
gehen. Letztere verstehen unter ihrem dibä nicht nur einen buntfärbigen, 
sondern auch einen gold- oder silberdurchwirkten Seidenstoß". Wie das 
erstere zu nehmen sei, darüber belehrt uns eine alt-arabische Quelle, nach 
welcher das dibäh-Gewebe der Perser gegensätzlich zu dem ursprüng- 
lichen dibädsch der Araber bunt gemustert (mundkkaseh) war m). 
Deshalb, und weil diese mehrfärbigen Satinstolfe vornehmlich in Tuster 
(Schuster) verfertigt wurden, galt im persischen Sprachgebrauch die Rede- 
weise dibäi Schüster däschtuen neinen dibä von Schuster tragenu soviel 
als nverschiedene Farben habenu i"). 
Dieser Art stand der gold- oder silberdurchwirkte dibä gegenüber. 
Es scheint jedoch, dass, so oft von demselben die Rede sein sollte, nicht 
nur die persischen Quellen solches ausdrücklich bemerkenm), sondern 
auch die arabischen Schriftsteller selten von der genauen Unterscheidung 
Umgang nehmen. So war nach ihnen der Mantel des bekannten Perser- 
fürsten Hormozän min ed-dibädsch ellddxi fihi eds-dxdhab waus dibädsch 
auf welchem sich das Gold (eingewirkt)_befand 1"). ln Mashidfs ngoldenen 
Wiesena lesen wir zum Jahr 288 d. H .: 90x n. Chr. von einem vAnzug 
aus gold-durchwirktem dibädschu (bddle dibädsch mansüdsche bi-ds- 
dsdhab 1") und der dibädsch mudsdhhab nvergoldete Clibädschu des spa- 
nischen Mälaga hatte im Mittelalter weitverbreiteten Ruf "s), u. s. w. 
Aus alldem geht also hervor, dass die Araber die Synonymik des 
dibädsch mit Atlas im Grunde auf den glatten, eintönigen (uni, arab. 
sädidsch, vorn pers. sddeh) m), Stoff aus Ibrisam-Seide zurückführen m"), 
wenngleich ihnen der buntfärbige wohl bekannt war m). Wie aber der 
m) Im Commentar zum Schifat eI-Isiärn, I. c. foi. x59 av. - Ein Beleg 
dafür in Dschämfs Behäristin ed. SchIechta-Wssehrd, p. 133 (Text): dibdi mundkkasch. 
Diese Bezeichnung mundkkasch (dessinirt) ist entgegengesetzt dem sddidsch (glatt, ohne 
Musterung}, wie aus Makrizi, I. c. I, p. 4x8 hervorgeht. ' 
'") Burhäni Käti", Ausg. v. Calcutta, 1818, nun; Vuller's Lex. s. v. dibd. 
'") Tärichi Beihaki, l. c. p. 673: dibihdi rümi be-{ur rbyzantinische dibd 
mit Golda 
m) Ibn eI-Athir, I. c. II, 4:8. 
_ '") Murüdsch eds-dsähab, I. c. II, p. 379. - Vgl. auch Dschähiz, i. c. 
fol. x77 rev. - IOOI Nacht ed. Habicht, tom. VI, p. 196; VII, p. 229 etc. 
m) Ihn eI- Chälib in M. J. Müllefs Beiträgen zur Gesch. d. westi. Araber, I, p. S. 
m) Dass sideh mit dem arabischen alle: identisch ist, werden wir später sehen- 
'") Kitäb eI-muwäschschn (IX. .lhdt.), Handschr. der Universitätsbibiiolhek 
in Leyden, II, fol. q: av.: cllardü"! ed-dfbädsch eI-ibrisamwe -Geldbeutel aus dibädsch 
von Ibrisam-Seidv. Vgl. eintönigen rothen, grünen, weissen, blauen, schwarzen 
und gelben dibzidsch in loox Nacht ed. Habicht-Fleischer, torn. VIII, p. 289, 29x, 
X, p. 47, x00; XII p. 181; Abü-I-mahäsin, I. c. II, p. 45;, 455, 461; Mnkrizi, 
I. c. I, 447 L, 450, 477 etc. 
m) Mnkrizi, I. c. l, 4x3; wol Nacht, I. c. X p. 108; XI, 11,459 und an vielen 
Stellen: dibddsch muldwwan (buntfärbiger dibädsch}.
	        

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