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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 178)

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Denn in wenigen Wochen wird in der Votivkirche durch Professor Math. 
Trenkwald in Verbindung mit Maler Jobst ein bescheidener Anfang zur 
Durchführung des Frcskenschmuckes im Inneren der Kirche und zwar in 
dem Capellenkranze gemacht werden. 
Keine der modernen Kirchen Oesterreichs steht dem Herzen des 
Oesterreichers so nahe als die Votivkirche. Laien und Geistliche Wallfahrten 
zu dieser Kirche. Wie die Glasgemälde unter Mitwirkung von kunst- 
freundlichen Spendern ganz Oesterreichs zu Stande kamen, so werden 
sich, wenn von maßgebender Stelle die Anregung gegeben wird, auch die 
Mittel finden, das im großen Maßstabe durchzuführen, was jetzt in be- 
scheidener Weise im Capellenkranze mit Zustimmung des Erzherzog- 
Protectors begonnen wird. R. v. E. 
Wiener Donlhauverein. 
Wir erhalten von der hiesigen fürsterzbischöfiichen Ordinariatskanzlei 
folgende Zuschrift: 
vDurch die wohlwollende Fürsorge der hohen Staatsverwaltung und 
der Gemeinde Wien für die bauliche Erhaltung der Metropolitankirche zu 
St. Stephan sind die seit einer Reihe von Jahren ausgeführten Restau- 
rationsarbeiten so weit vorgeschritten, dass der Fortbestand dieses Bau- 
denkmales nicht mehr gefährdet ist. 
Mit den bisherigen aus den Staatsfinanzen und von der Gemeinde 
Wien gewährten namhaften Geldbeiträglen wurde das Aeußere der Kirche 
vollständig restaurirt und der Thurmhelm erneuert. 
im Innern musste man sich jedoch auf die Erneuerung der Gewölbe 
der drei Chöre, auf die dabei unvermeidlich gewordene Reinigung dieser 
Räume von ihrer schmutzig-grauen Uebertünchung und auf die Erneue- 
rung der ihrem Verfalle nahe gewesenen schönen Kanzel beschränken. 
Das Innere des Langhauses ist mit Ausnahme des Kanzelpfeilers in 
seinem alten Zustande, der im Vergleiche zu dem restaurirten Innern des 
Presbyteriums einen betrübenden Eindruck hervorruft. 
Da zur gänzlichen Vollendung der Restauration des Domes, welche 
beiläufig die Sumrne von i5o.ooo H. erfordern wird, keine Geldmittel zur 
Verfügung stehen, so beabsichtige ich zu deren Aufbringung einen Dom- 
bauverein in's Leben zu rufen, in der Zuversicht, dass es demselben 
durch allseitige Förderung des Unternehmens gelingen werde, das große 
Werk der Erneuerung des allen Oesterreichern, insbesondere den Bewoh- 
nern der Kaiserstadt, um seiner großen historischen und künstlerischen 
Bedeutung willen theuren Wahrzeichens zu vollenden. 
_Seine k. und k. apostol. Majestät haben über eine Allerhöchstdem- 
selben von mir unterbreitete Eingabe, die beabsichtigte Gründung eines 
Dombauvereines zum Zwecke der Aufbringung der Mittel zur Vollendung
	        

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