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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 181)

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Prof. Joh. Klein bereitet in der M. Jeääschen Buchhandlung in Wien eine Publi- 
cation vor, unter dem Titel: wKirehliche Kunst", Cartons für Glasmosaik, Wand- und 
Tafelmalerei, Mosaik und Stickerei in ihrer Anwendung für Kirchenschmuck. Prof. J. Klein 
gehört bekanntermaßen zu den hervorragendsten Vertretern der kirchlichen Kunst in 
Oesterreich. Die erste Folge wird to Blatt Lichtdruck auf Kupferdruckpapier enthalten. 
Die erste Auflage desWerltchens ßDes Zeichen-Taschenbuch des Lehrers" 
Zürich, Orell. Füssli 8t Comp. , enthaltend 400 Motive für das Wandtafelzeichnen, war in 
wenigen Wochen vergritTen und es erscheint soeben in neuer unveränderter Auflage. Es 
ist vorzugsweise für Lehrer auf dem Lande berechnet, denen Bibliotheken und Kunstsamm- 
lungen nicht zur Verfügung stehen. Gebildeten Lehrern dürfte es Nutzen bringen, da es 
zahlreiche, meist gut gewählte Motive enthält. 
KLEINERE MITTHEILUNGEN. 
(Personal-Nachrichten) Der Minister für Cultus und Unterricht 
hat auf Grund Allerhöchster Ermächtigung den Professor William 
Unger zum Professor der Radirkunst an der Kunstgewerbeschule des 
Oesterr. Museums ernannt, doch linder dessen factischer Eintritt in den 
neuen Wirkungskreis erst zu Beginn des Schuljahres i88rf8z statt. - 
Der Director des Museums, Hofrath v. Eitelberger, hat sich zur Be- 
sichtigung der Ausstellung nach Graz, von dort nach München begeben, 
und gedenkt auch die Düsseldorfer Ausstellung zu besuchen. 
(Oesterreiohlsohea Museum.) Neu ausgestellt: Eisenarbeiten von Valentin 
Hammenau in Frankfurt a. M.'. 32 Skizzen in Holz, Heiligenliguren, von Prof. Knabel 
in München; die Ausstellung von Lederarbeiten aus der Sammlung von Friedr. Spitze r 
in Paris wurde um 13 Nummern vermehrt. Es sind dies mittelalterliche Elfenbein- 
arbeiten und Emailplatten, ein Manuscript des 15. Jahrhunderts, der Deckel mit vorzüg- 
lichen Niellen geschmückt und zwei Handzeichnungen von Christoph Schwarz aus 
Ingolstadt (1- 1597), deren eine als Vorzeichnung für den Prachtkurass Rudolph ll., 
gegenwärtig im Arsenale, diente; zwei Votivkronen von Perlen und ein goldener Kelch, 
rings besetzt mit Schmuckstücken von ernaillirtem Golde mit Edelsteinen und Perlen, 
Arbeiten aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, bisher Eigenthum der Aller- 
heiligenkirche zu Hall in Tirol, gegenwärtig in den Besitz des Museums übergegangen. 
- Modell der Austria für die Facade der österreichischen Abtheilung auf der Pariser 
Weltausstellung 1878, ausgeführt vom Bildhauer Gust. Deloye in Paris; - Gypsabguss 
der Büste Kaiser Joseph ll., Original in Biscuit vom Bildhauer Grassi. - Proben von 
Glas-Mosaik aus der Fabrik der Compagnie di Venezia-Murano, ausgestellt durch D. Gutt- 
mann in Wien; - Costume der Btirgerwehr der Stadt Steyr vom 14.-19. Jahrhundert, 
aus Anlass des diesjährigen Jubelfestes ausgefuhrt in der Hofkunstanstalt von C. Giani 
in Wien; - kleiner Schrank mit eingelegter Holzarbeit, 16 Jahrh.; - Tableau und Divan 
von orientalischen Teppichen mit Faiencen und Geräthen, ausgestellt von Herrn Th. Graf; 
- Ofenschirm aus geschmiedeten: Eisen von V. Gillar; - Marmorproben, ausgestellt 
von Herrn O. Gardung. 
ln die Ausstellung von Bucheinbanden wurden neti aufgenommen: Halbfranz- und 
Lederbande von Alb. Gunther in Wien; Halbfranz- und Calicobände von Josef Spazil 
in Wien; Halbfranz- und Lederrnosaikbande von Josef Neidhardt in Wien; Leder- 
mosaikbände nach Zeichnung von Professor Gmelin in München, von A. Hagen in 
Leipzig, ausgestellt durch R. Lcchnefs Universitätsbuchhandlung. 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monate 
September von 10.677, die Bibliothek von m18 Personen besucht. 
(Kunstgewerbeeohule des Oeaterr. lnseuma. Zetohenlehror-Blldnngscnrs.) 
Da der Mangel an genügend vorbereiteten Candidaten für das Zeichenlehretnt an Mittel- 
schulen, welcher die Einrichtung eines eigenen Zeichenlehrer-Bildungscurses an der Kunst- 
gewerbeschule des k. k. Oesterr. Museums veranlasste, nunmehr behoben ist, hat das 
k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht bis auf weiteres die Sistirung der Aufnahme 
von neuen Schülern in den genannten Curs angeordnet.
	        

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