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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XV (1880 / 181)

Mu sealstudien herangebildcten Lehrkräfte gebunden ist und daher es daraut anzukommen 
hatte, in welcher Weise überhaupt _der Unterricht sprachlich am zwecltmaßigsten ver- 
mittelt werden kann und ob auch eine mit der slovenischen Landessprache vertraute 
Lehrkraft vorhanden ist. 
(Römische Funde.) Wie der wTriester Zeitung-t berichtet wird, gelang es Herrn 
Dr. Bizzaro, Mitglied der archäologischen Landessection, im Orte Santa Lucia, am linken 
Ufer der ldrica, ein römisches Lager aufzudecken. Die Nachgrabungen ergaben eine große 
Menge mit Asche gefüllter Urnen, zahlreiche Nadeln und Geschmeide für Frauen, außer- 
dem einen Kessel, welcher mit den früher angeführten Gegenständen vollgefüllt war. 
Die Nachgrabungen werden fortgesetzt und dürften höchst interessante Funde zu Tage 
fördern. - Bei Altofen, an der Szent-Endreer Straße, linden dermalen, unter der Leitung 
des Stadtreprasentantcn Alexander l-iavas, Nachgrabungen zur Aufdeckung der dortigen 
römischen Alterthümer statt. Kürzlich wurde die Aufmerksamkeit der Archäologen auch 
auf den sogenannten, in der Nahe der Straße liegenden nSchneckenberg- gelenkt, und der 
Cultusminister bewilligte für die Abgrabung des Objectes einen Betrag von 600 G. Die 
Bemühungen waren vnn dem glanzendstcn Erfolge gekrönt. ln maßiger Tiefe schon stieß 
man auf gut erhaltene Ueberreste eines Baues, welcher sich bei weiterer Nachgrabung 
als ein römisches Amphitheater darstellte. An der vollständigen Bloßlegung des interes- 
santen Objectes wird rüstig gearbeitet. (W. A. Z.) 
(Die Kunatgewerbesohule in Berlin.) Die Uebersiedelung des Kunstgewerbe- 
Museums in den der Vollendung entgegenschreitenden Monumentalbati an der Kdniggratzer- 
strasse wird, während die Sammlung noch bis zum nächsten Frühjahr in den alten 
Localitaten verbleibt, demnächst mit der Verlegung der Unterrichtsanstalt in die fertig 
gestellten neuen Raume ihren Anfang nehmen. Mit der am 17. October stattfindenden 
Eroffnung des neuen Schuljahres tritt für dieselbe aber zugleich auch eine erhebliche Er- 
weiterung und Umgestaltung ein. Statt der bisherigen 18 umfasst sie fortan insgesammt 
24 Classen, die zwei in sich vollkommen gesonderte und selbständige Abtheilungen, 
eine Kunstgewerbeschule im eigentlichen Sinne des Wortes und eine Vorschule für 
gewerbliches Zeichnen, bilden. Von ihnen wird die letztere, aus g Classen bestehend, 
auch fernerhin solchen Gewerbetreibenden, die den Tag über ihrer Erwerbsthatigkeit 
obzuliegen haben, die wünschenswerthe Gelegenheit zum Unterrichte im gewerblichen 
Zeichnen während der Abendstunden und an den Sonntag-Vormittagen und zur schließ- 
lichen Erlangung der Reife für die unverändert fortbestehenden Compositionsclassen dar- 
bieten. Die in dem voraufgegangenen Schulunterricht: erworbenen Fertigkeiten in den 
ersten Elementen des Zeichnens weiter entwickelnd und auf Ausbildung des Gefühls für 
Schönheit der Form, sowie auf Beherrschung der verschiedenen Darstellungsmittel ab- 
zielend, gipfelt sie in dem Zeichnen nach Gypsmodellen, das, der Wichtigkeit gerade 
dieses Unterrichtszweiges entsprechend, jetzt in drei Stufen gegliedert ist, und in dem für 
körperliche Darstellung ergänzend hinzutretenden ornamentalen und figürlichen Modelliren. 
Die neu eingerichtete -Kunstgewerbeschule-1 gewahrt dagegen unter lnanspruchnahme der 
vollen täglichen Arbeitskraft ihrer Schüler die bisher nicht vorhandene Möglichkeit einer 
gründlichen und systematischen kunstgewerblichen Ausbildung innerhalb einer verhaltniss- 
mäßig kurzen Studienzeit und entspricht damit den Zwecken derer, die einen Beruf als 
selbständig thatige Modelleure und Musterzeichner oder aber als Leiter und Werkführer 
kunstgewerblicher Etablissements suchen, in weit umfassenderer Weise, als dies die bis- 
herige Organisation der Anstalt vermochte. In 10 Vorbereitungsclassen erreicht sie bereits. 
innerhalb eines zweijährigen Curses dasselbe Ziel wie die IVOISChUlEa, erweitert dasselbe 
aber gleichzeitig noch durch die nur während der Tagesstunden mit Erfolg denkbare 
Classe für farbige Naturstudien, zu der die beiden früheren Classen für Blnmenmalen und 
Thierzeichnen verschmolzen sind, sovrie durch die Classe für Stylgeschichte, die fortan in 
zwei Abthcilungen die Lehre vom Style der eigentlichen Architektur und von dem der 
Kunstgewerbe gesunden behandelt. lhre oberste Stufe endlich bilden die fünf, die Vor- 
bilder der Sammlung für Unterrichtszwecke nutzbar machenden Compositionsclassen für 
Möbel, Gerathe und bauliches Ornament, für Flachornament, für Figürliche Decoration, 
für Modelliren und für decorative Malerei, deren weitere Vermehrung der künftigen Ent- 
wickelung vorbehalten bleibt. Der Besuch dieser Compositionsclassen wird unbemittelten 
und begabten Schülern durch eine Anzahl von gegenwärtig 16 Stipendien ebenso ermög- 
licht, wie der der Vorbereitungsclassen und der Vorschule durch freigiebig gewährte Frei- 
stellen. ln der Kunstgewerbeschule werden endlich, soweit der verfügbare Raum dies 
gestattet, als Hospitanten auch solche Personen Zulassung Enden, die nur für einlelng 
Facher oder nur für bestimmte Tage an dem Unterrichte theilzunehmen wünschen. 
 
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