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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 184)

Technik und die Absicht einer glücklichen Wirkung machen sich mehr 
und mehr geltend, während vor Kurzeni noch Material und ein schablonen- 
haftet Modegeschmack allein herrschten. Selbst die Granaten, der schöne, 
aber bisher so ordinär behandelte Stein, sind diesmal kunstgerecht er- 
schienen. Unter dem Elnflusse der Prager Goldschmiedschule hat Rummel 
in Prag eine Anzahl reizender Granatgegenstände geschickt und dazu ver- 
schiedenen anderen Schmuck, theils in antiken Formen, theils in Art der 
Renaissance mit Steinen und Email, Alles höchst anerkennenswerth. Die 
größten Kostbarkeiten in Perlen und Steinen findet man in Köcherts kleiner 
Collection, aber zugleich in einem goldenen, zum Theile emaillirten Collier 
die feinste Arbeit von allen. Ein emaillirtes Armband hat bereits aus 
den Motiven jener vor Kurzem erst vom Museum in Hall erworbenen 
Schmucksachen Nutzen gezogen, wie denn mit Vergnügen zu constatiren 
ist, dass diese wundervollen Gegenstände fleißig gezeichnet und studirt 
werden. 
Hübsche Farben- und Lichteretfecte zeigt auch Hendle in seiner Aus- 
stellung; einzelne feinere Wirkungen, namentlich in Korallen und Türkisen, 
sodann zierlich gezeichnete Armbänder und Diademe mit Brillanten bietet 
auch die große, irn Ganzen mehr populär gehaltene Collection von Rutzki 
und Jaschke. Reich und bedeutend, zu guten Neuerungen gern geneigt, 
so sind auch diesmal wie alljährlich V. Meyer's Söhne erschienen. Zu 
ihrem _antikisirenden Schmucke, der langsam sich einlebend, bereits auch 
bei uns völlig festen Boden gewonnen hat, ist eine größere Anzahl 
Schmuckes in Art und Styl der Renaissance gekommen, Ketten und Ge- 
hänge, Brechen und Medaillons mit und ohne Email, durchausyzierliche 
Composition und feine Arbeit, ein gutes Genre, dem ohne Frage alsbald 
die Zukunft der Juwelierkunst gehören wird. Auch die größeren Silber- 
gefäße Meyer's zeigen Neues, insbesondere in der Nachahmung schönge- 
stalleter antiker Gefäße. (Schluss folgt) 
Uohor Gegenwart und Zukunft du Ausstollungawosons. 
Die Ansicht, dass durch eine übermäßig rasche Folge der großen 
Industrie-Ausstellungen und das hieraus folgende gegenseitige Ueberbieten, 
an größerer Mannigfaltigkeit des Programmes, Pracht der Scenerie etc. die 
Institution ihrer eigentlichen Aufgabe mehr und mehr entfremdet und vor- 
zeitig abgenutzt werde, hat sich nicht erst beute Bahn gebrochen. Schon 
vor zwölf Jahren trat sie auf. Mancherlei, dem aufmerksamen Beobachter 
nicht verborgene Umstände ließen aber die Forderung einer Reform des 
Weltausstellungswesens so lange unbeachtet bleiben, bis endlich überall 
und in allen betheiligten Kreisen die-Erfahrungen gemacht waren, welche 
zu jener Forderung drängen, und bis dieselben Uebelständc sich, zum
	        

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