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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 190)

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Szolnay in Fünfkirchen - lauter Firmen, welche sich schon weit und breit 
einen guten Namen gemacht haben. Wenn wir den Wunsch ausdrücken, 
dass die decorirenden Künstler endlich einmal die Festzugscostume in Ruhe 
lassen möchten, so sprechen wir im Namen sehr Vieler. Man sollte meinen, 
dass die heutige Mode es den Malern recht leicht machte, die Frauen ihrer 
Zeit zu verewigen, wie es die Künstler des sechzehnten, siebzehnten Jahr- 
hunderts u. s. w. gethan haben. Die Brustbilder oder ganzen Figuren auf 
Majolika-, Steinzeugv und Fayencekrügen erfreuen uns, weil sie echt und 
treu aus dem Leben gegriffen sind, mag auch das Costume z. B. auf 
den ungarisch-slawischen Krügen vom Ende des vorigen Jahrhunderts und 
Anfang des unseren keineswegs immer malerisch sein: die jetzt beliebten 
Phantasieporträts in einer niemals ganz so getragenen Tracht werden ein- 
mal wie altfränkische Theaterbilder anmuthen oder wie die "Ritter und 
Edelfrauenu, welche die Maler der romantischen Epoche in die Welt ge- 
setzt haben. 
Steinzeug ist vornehmlich aus dem wKannenbäckerlandeu bei Coblenz, 
aus Grenzhausen (Merkelbach 81 Wieck) und Höhr (Marzi 81 Remy) ge- 
kommen. Dieser lndustriezweig befindet sich in einem Uebergangsstadium. 
Als die grauen Krüge mit blauer Ernaildecoration zuerst wieder auf- 
tauchten, hielten sie sich ziemlich genau an alte Vorbilder; jetzt soll 
Neues geschalTen werden und offenbar fehlt es dabei noch an der sach- 
verständigen künstlerischen Leitung. Dem Vernehmen nach ist nach Grenz- 
hausen eine keramische Fachschule gesetzt worden, von welcher wohl der 
Fabrication eine bestimmte künstlerische Direction wird gegeben werden. 
(Schluss folgt.) 
Die Beziehungen der Chemie zur bildenden Kunst, insbesondere zur Malerei. 
Vortrag, gehalten im Oesterr. Museum von Nicolae Teclu. 
Ich habe rnir die.Aufgabe gestellt, die Beziehungen der Chemie zur 
bildenden Kunst, insbesondere zur Malerei eingehender zu besprechen. 
Zu diesem Zwecke sei es mir gestattet, Ihre Aufmerksamkeit zunächst auf 
den Umstand zu lenken, dass in den verschiedenen Zweigen der bildenden 
Kunst der Künstler eine Reihe von Stollen in Anwendung bringt, um 
seine Thätigkeit zu entfalten. Diesen verleiht er, entweder durch räum- 
liches Formen eine künstlerische Gestaltung, wie in der Architektur, 
Bildhauerei, der Kupferstecherei, der Graveur- und Medeilleurkunst, oder 
er wendet sie, wie in der Malerei, dazu an, um auf der Bildlläche räumlich 
Gedachtes zum Ausdrucke zu bringen. In allen Fällen ist es immer der 
Stoff, von dessen Anwendung und Behandlung die Thätigkeit des Künstlers 
beeinllusst wird, und von dessen Vermittlung sein Schaffen abhängig ist. 
Diese Stoffe werden allen drei Naturreichen entnommen. Wir sehen 
aus dem Mineralreiehe Thon, Glas, Stein, Metall u. s. w. in Anwendung;
	        

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