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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 190)

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frühen Jugend gegönnt gewesen, eine gründliche, gelehrte Bildung zu 
genießen, so würden seine literarischen Arbeiten auf dem Gebiete der 
Wissenschaft einen höheren Werth haben, als sie thatsächlich besitzen. 
Künstlerisch gebildet, in den verschiedensten Verfahrungsweisen der repro- 
ducirenden Künste erfahren, haben einige von ihm herausgegebene Repro- 
ductionen einen bleibenden Werth. Fast Alles, was er publicirt hat, be- 
zieht sich auf seine Vaterstadt Wien, der er mit voller Seele hingegeben 
war. Vielfach ausgezeichnet vom Staate und von der Gemeinde, hat er sein 
verdienstvolles Leben mit einem Acte der Pietät für seine Vaterstadt be- 
schlossen, indem er seine Sammlungen, Manuscripte und Skizzen ider 
Bibliothek der Stadt Wien testirte. Archivdirector Carl Weiß hat die 
Sichtung und Auswahl des literarischen Nachlasses übernommen. Mit 
Camesina geht eine der charakteristischsten Gestalten Altwiens zu Grabe. 
(Zur Regelung des gewerblichen Aussteliungswesens in 
Niederösterreich.) In Erledigung eines Einschreitens der niederösterr. 
Handels- und Gewerbekammer vom 20. Mai l. 1., betreffend die Regelung 
des gewerblichen Ausstellungswesens in Niederösterreich und insbesondere 
die zeitweise Abhaltung von gesammt-österreichischen Gewerbe- oder 
Kunstgewerbe-Ausstellungen i.n Wien, hat Se. Excellenz der Herr Handels- 
tninister an die genannte Kammer einen Erlass vom 9. Juni gerichtet, 
dem wir Folgendes entnehmen: Es wird die Zusicherung ertheilt, dass 
das Handelsministerium klinftighin vor der Schlussfassung wegen der staat- 
lichen Unterstützung der den Kammerbezirk speciell betreffenden Aus- 
stellungen das Gutachten der Kammer einholen und irn Einvernehmen 
mit derselben vorgehen werde. Für eigentliche Landes-Ausstellungen in 
Niederösterreich dürften Intervalle von ro zu 10 Jahren vollkommen an- 
gemessen sein, was jedoch kein Hinderniss bilden soll, in dem Zwischen- 
raum allenfalls eine allgemeine österreichische Gewerbe- oder Kunstgewerbe- 
Ausstellung in Wien abzuhalten. Gegenüber diesen letzteren allgemeinen 
Ausstellungen, welche für den Ruf und die Entwicklung der Vaterlän- 
dischen Industrie von hervorragender Bedeutung sind, wird das Handels- 
ministerium um so strenger an jenen Principien festhalten, welche für die 
staatlich subventionirten Gewerbe-Ausstellungen überhaupt festgestellt 
wurden und zu denen in erster Linie hervortretende Antheilnahme der 
Staatsverwaltung und der betheiligten- Handels- ud Gewerbekammern, 
sowie bei kunstgewerblichen Ausstellungen jene des k. k. Oesterr. Museums 
an der Organisation und Leitung solcher Unternehmungen gehört. 
(Papier-Ausstellung) in London findet irn Juli in Agricultural-Hall eine Aus- 
stellung und Messe für Werkzeuge, Rohstoffe und Fabricate der Druck- und Papier- 
Industrie und des Papierhandeis statt. 
(Ein man entdenkter Goldschmied der gothisohen Periode.) Wie seinerzeit 
die Berliner Gewerbeausstellung die Geschichte der Kunstindustrie um die Kenntniss eines 
so trefflichen Meisters wie Eiscnhoit bereichert hat, so machte uns auch die Düssel- 
dorfer Ausstellung des Vorjahres mit einem neuen Meister u. zw. der gothischen Periode 
bekannt. A. Rns en berg äußert sich in seinem Berichte über die genannte Ausstellung (Zeit- 
schrift für bildende Kunst, 7, p. 215) folgendermaßen: nBei der Aufraumung eines Archiv- 
raumes der Domkirche zu Osnabrnclt fand man einen 33 Ctm. hohen, silbervergoldeten 
Messkelch, der vollständig mit getriebener Arbeit bedeckt war. Die Flachen des sechs- 
passigen Fußes enthielten Scenen aus der Passion; an dem Knaufe des Fußes waren 
vor durcbbrochenen Fenstern die Statuetten des Heilands und der Apostel angebracht. 
Die obere Hälfte der Cuppa zeigte die Symbole Christi und der Evangelisten und die 
untere ein reiches, aullerst zierlich gearbeitetes Laubortiament. Eine am Fuße eingeritzte 
Inschrift lautet: Fecit myclty engelbertus lxofflogger avry faber de coesfeldyge arm 
MCCCCLXVIII. Vlir lernen also aus dieser Inschrift zuerst den Namen des phantasie- 
vollen Meisters Engelben Hofüeger kennen und als den Ort seiner Thätiglteit das west-
	        

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