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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 190)

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arbeiten oder vielfache Bekleidung mit Stoff. Schließlich wird das Schwer- 
gewicht nicht auf die Reinheit der Formen, sondern auf Seltenheit und 
Kostbarkeit der zu verwendenden Holzgattungen gelegt. 
Möge die vom Museum bei Herausgabe dieser Publication angestrebte 
Idee, unserer heutigen Production durch Vorführung von Erzeugnissen 
einer feinfühligen Stylperiode neue Anregung und werthvolles Detail zu 
bieten, ihre Früchte tragen. Die durch die gewählte Reproductionsart er- 
möglichte Billigkeit der einzelnen Hefte, sowie die Rührigkeit der den 
Vertrieb besorgenden Firma F. Paternds Nachfolger in Wien, dürften den- 
selben eine möglichste Verbreitung zusichern. 
Außer dieser, speciell die französische Renaissance behandelnden 
Publication trägt sich das Museum mit dem Gedanken, in der Folge auch 
andere mustergiltige Perioden, speciell die der italienischen und deutschen 
Renaissance, immer unter hauptsächlicher Berücksichtigung der in seinem 
eigenen Besitze befindlichen Originalmöbel der Industrie vorzuführen. 
Anlässlich dieser Publication, deren Herstellung an der Abtheilung 
des Prof. H. Herdtle durchgeführt wurde, ergreifen wir die Gelegenheit, 
eingehender auf die Thätigkeit dieser Schule zurückzukommen, als dies 
in dem allgemein gehaltenen Schulausstellungsberichte dieses Jahres der 
Fall war und entnehmen einem Berichte des Leiters derselben die fol- 
genden Daten. 
Während des laufenden Schuljahres war diese Abtheilung von 
16 Schülern besucht, von denen 13 sich als Zeichner für Möbelfabrication 
ausbilden (5 davon sind Söhne von Möbelindustriellen), 3 aus Wien, r aus 
Pilsen, r aus Mainz), z weitere als gelernte Tischler ihre künstlerische 
Ausbildung vervollkommnen und weitere z als Stipendisten des k. k. 
Handelsministeriums sich für die Lehrthätigkeit an Fachschulen vor- 
bereiten. Ein gelernter Schlosser und ein Lithograph vermehren die Zahl 
der dem Gewerbstand direct Angehörigen dieser Abtheilung und der sechs- 
zehnte Schüler wird durch seinen bevorstehenden Uebertritt in die Ciselir- 
schule bald als Graveur und Ciseleur praktisch thätig sein. 
V Die an der Schule auszuführenden Arbeiten theilen sich, je nach 
dem Grade der Vor- und Ausbildung der einzelnen Schüler, ein in Zeich- 
nungen nach Vorlagen in Contour und in Schattengebung. Beherrscht 
der Schüler die Formengebung und ist er in correcter Wiedergabe geübt, 
so bildet die Aufnahme von vorhandenen Möbeln aus der Sammlung des 
k. k. Oesterr. Museums die weitere Stufe zur Vervollkommnung seines 
Formen- und Farbensinnes und durch Auftragen der Details in Natur- 
größe wird er zur Herstellung von direct für die Ausführung geeigneten 
. Zeichnungen befähigt. Außer diesen, unter specieller Aufsicht und Leitung 
des Lehrers auszuführenden Schularbeiten bilden die nach gegebenen Pro- 
grammen zu Hause auszuführenden Compositions-Aufgaben Gegenstand 
reger Betheiligung von Seite der Schüler, und bieten diese Arbeiten dem 
Lehrer vielfach Gelegenheit zu eingehender kritischer Besprechung und
	        

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