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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 191)

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glasirt und geschwärzt ist. Sie beanspruchen ein besonderes Interesse als 
Copien nach Stichen von Virgil Solis aus der Suite: uÜlC drei besten 
Heiden, Juden und Christenrü). Leider fehlen drei Exemplare um die 
Reihe vollständig zu machen. Wir finden aber Julius Cäsar und König 
Artus, König David und Judas Machabäus, Herzog Gottfried und Hector 
von Droi. - Allem Anscheine nach eine Nürnberger Arbeit aus der 
Zeit Adam KrafUs ist eine Ofenkachel (Nr.'15) mit dem Einzuge Christi 
in Jerusalem; ein kleines sorgfältig gearbeitetes Stück, glasirt und in 
mehreren Farben bemalt. - Trel-lliche Illustrationen für die Entwicklung 
des deutschen Handwerkes in der Blüthezeit der Renaissance sind die 
Ofenkacheln Nr. 8, 12, 13, 14. und ro. Das erste, ein Eckstück, grün 
glasirt, mit zwei allegorischen Figuren in Relief, das zweite ebenfalls ein 
Eckstück mit einer weiblichen Herme; dann eine Serie von 19 Kacheln 
mit Flachornamenten in Weiß, Grün und Gelb auf vertieftem blauem 
Grunde, ferner ein grünglasirtes Friesstück, verziert mit einem den deut- 
schen Kleinmeistern entnommenen Rankenornament, endlich eine eben- 
falls grüne Kachel mit einer weiblichen Figur "Die Erttn. - Mit Wappen 
verziert sind zwei Kacheln Nr. 5 und 49. Letztere trägt das Wappen 
des kunstliebenden Bischofs Julius von Würzburg, Herzogs von Franken, 
während die Erstere, mit dem Wappen einer ritterlichen Familie, wegen 
des prächtigen Goldockers auf dem Grunde besonders auffällt. - Als 
Imitation bemerkenswerth ist der plastisch reich geschmückte grüne 
Kachelofen von Fleischmann in Nürnberg (Saal IV.) Das Original ist 
eine süddeutsche Arbeit des 16. Jahrhunderts. 
Die folgende Periode wird uns durch 15 zusammengehörige bunte 
bemalte Kacheln (Nr. 5x) repräsentirt, von welchen vier große Tafeln 
mit den vier Jahreszeiten, durch weibliche Relieffiguren dargestellt, geziert 
sind. Das Costüm dieser Figuren verweist die Arbeit in die Zeit zwischen 
1660 und 70. '- Von einem Ofen aus Salzburg stammen 26 buntglasirte 
Kacheln aus dem Ende des 16. Jahrhunderts (Nr. 17), deren Hauptstücke 
mit allegorischen Figuren geschmückt sind. Von einem anderen Salzburger 
Ofen aus derselben Zeit finden wir eine Anzahl von Gesimsstücken 
(Nr. 18), ebenfalls bunt bemalt und an Rundstäben durchwegs mit den 
bairischen Landesfarben versehen. 
Die Kachelöfen aus Tirol zeichnen sich im Allgemeinen durch schöne 
Gliederung und starke Betonung des architektonischen Elementes aus. Ita- 
lienische Einflüsse haben dies bewirkt, und sind auch im Detail häufig 
erkennbar. So gehört eine Ofenkachel (Nr. 10) mit der fast freistehenden 
Figur der Venus in natürlichen Farben, umgeben von einer grünglasirten 
Architektur, zu den vollendetsten Beispielen solcher Art. Auf Tirol 
1 Bartsch 54-62. 
Fortsetgung auf der Beilage.
	        

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