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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 193)

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Otto YVolf erörtert in einem Vortrage nUeber Handfertigkeitsunterricht und Haus- 
Heißvereine- (Würzburg 1881) die Frage des Handfcrtigkeitsunterichtes und die Organi- 
sation der Haustleißvereine. Seine Stimme ist um so beachtenswerther, als es die eines 
praktischen erfahrenen Lehrers ist. - Auch in Pforzheim hat man mit der Arbeits- 
schule günstige Resultate erzielt. 
Die Hanainduatrie auf der Budapester Hauanindnstrrle-Ausstollung erregte 
allgemeine Anerkennung. Die einzelnen Volksstamme Ungams kamen auf dieser Ausstellung 
zur Geltung, die Arbeiten der Slovakinnen, Serbinnen, der bulgarischen, rumänischen und 
magyarischen Bäuerinnen. Dass die Arbeiten der slavischen Volksstamme ganz in den 
Vordergrund traten, ist begreiflich; haben sich doch auch in der Türkei, bei den Bul- 
garen, Serben und in Croatien Elemente einer alten Hausindustrie erhalten, die sehr 
eigenthümlich ist. Ein hervorragender Fachmann berichtet uns, dass es auf der Aus- 
stellung deutlich zu Tage getreten sei, dass die slavischen und rumlnischen Racen mehr 
Geschmack und Farbensinn haben, als die ungarischen, in welchen nur die Szekler eine 
vortheilhafte Ausnahme machen. Das Oesterr. Museum besitzt eine große Collection von 
Arbeiten südslavischer Hausindustrie auf dem Gebiete der Weberei und Stickerei. Ganz 
originell sind auf der Budapevster Ausstellung die Arbeiten des Torontaler Comitates: 
buntfarbige. von Bauernhänden ausgeführte Teppichef die anorientaiis-che erinnern. - 
Die Ausstellung wurde am 1. October geschlossen. 
(Alu-baaberbrtlohe in Bmozdowce.) Von Herrn Michael Sozanski in Lemberg 
erhalten wir die nachfolgende Mittheilung über die Ausbeute des Alabaster in Brzozdotvce. 
Die Brüche sind sehr reich, in quantitativer wie in qualitativer Beziehung; der Alabaster 
von Brzozdowce findet eine sehr gute Verwerthung als Material für lnnendecoration wie 
auch als Baumaterial für Sockelverkleidungen (Schloss der Gräfin Rey in Psary) etc. etc. 
Die Brüche sind seit drei Jahren vom Prof. Leonard Marconi exploitirt, die Ausbeute 
wird jetzt von 20 Arbeitern betrieben. ln Kurzem wird das Drehen der Säulen anfangen, 
welche mit einem Diameter von über I'm bis P50 "I hergestellt werden können. - 
Die Preise werden durchschnittlich per Kubtkfuß mit 2 fl. ab Station Borynicze der 
Lemberg-Czernowitzer Bahn berechnet. 
(Die Porzellanfabrtk zu Heiasen.) Dem letzten Hefte der Mittheilungen der 
k. und k. östern-ungar. Consulatsbehorden entnehmen wir folgende. einer jüngst ver- 
öffentlichten Studie des Regierungsraths Victor Bohmer verzeichnete Details über den Stand 
und die Fortschritte der Meißener Porzellanfabrik. Daselbst waren im Jahre 1878 651 
Personen beschäftigt gegen 4.18 im Jahre 1871. Darunter 2 Modelleure, 24 Fon-ncr, 
37 Dreher, 41 Bossirer, 17 Figuren- und Landschaftsmaler, 46 Blumenmaler, 69 Deco- 
rationsmaler (gegen 42 im Jahre 1871), o Blaumaler, 53 Blaumalerinnen und zo Gold- 
polirerinnen. Die Ausdehnung der Fabrik hat seit zehn Jahren ungefähr um ein Drittel 
zugenommen, und ist die bedeutende Zunahme in der Fabrication blau decorirter Stücke 
seit dem Jahre 1876 besonders bemerkenswerth. im Ganzen wie im Einzelnen erblicken 
wir ein erfreuliches Bild industriellen und künstlerischen Gedeihens, und es steht nur zu 
wünschen, dass die Meißener Porzellanfabrik als Musterschule stets jenen Rang einnehme, 
den sie als älteste Stätte europäischer Porzellanfabrication einzunehmen berufen ist. 
(Die österreichische Knnatlndnatrie auf der Frankfurter Auaatellung.) Die 
uKolnische Zeitung- widmet der allgemeinen deutschen Patent- und Musterausstellung in 
Frankfurt a. M. eine Reihe von eingehenden Betrachtungen. Nachdem sie sich in sieben 
größeren Artikeln mit den Abtheilungen des Deutschen Reiches beschäftigt hat, wendet 
sie sich den ausländischen Abtheilungen zu; der exate dieser dem Auslande gewidmeten 
Artikel beschaftigt sich ausschließlich mit der österreichischen Kunstindustrie. Der 
Schwerpunkt der deutschen Abtheilung liegt unbedingt in der gut vertretenen maschinellen 
Technik; es ist dieser Erfolg sehr wohl zu begreifen. Seit Jahrzehnten hat man auf die 
grundlegenden Wissenschaften der maschinellen Technik, auf Mathematik, Physik, Chemie, 
Technologie und Mechanik, das größte Gewicht gelegt. Die in Frankfurt an den Tag 
tretenden Fortschritte auf diesem Gebiete finden daher ihre natürliche Erklärung. Auf 
kunstgewerblichemFelde wird Oesterreich der Vorrang eingeräumt. Vorerst 
wird betont, wie sehr es der österreichische Vertreter Herr Gustav Hartberger ver- 
standen hat, die österreichisch-ungarische Abtheilung geschmackvoll und verstandnissvoll 
zu arrangiren. IWBDD irgendwo-t, so heißt es in dem Berichte der i-Külnischen Zeitung-l, 
nso kann man sich in der österreichischen Abtheilung ein Bild von dem wohlthatigen 
EinHusse kunstgewerblicher Fachschulen auf die gesammte Richtung der Gewerbe 
machen; denn überall treten uns Gegenstände entgegen, welche nach Entwürfen oder 
Mustern des Oesterreich. Museums für Kunst und Industrie und der weltbekannten 
Wiener Kunstgewerbeschule gearbeitet sind. Es ist allgemein bekannt, welche
	        

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