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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XVI (1881 / 194)

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Steinzeugfabrication erhalten hat"). Verzierungen mit freier Hand ein- 
geritzt, kommen hauptsächlich in dieser Gegend vor, und hängt diese 
Decorationsart mit der Verwendung kleiner aus Stein, seltener aus Buchs- 
baum gearbeiteter stempelartiger Formen zusammen, deren Abdrücke durch 
eingeritzte Linien und Ranken untereinander verbunden wurden. Auch 
die Anwendung der violetten neben der blauen Farbe ist für diese Gegend 
charakteristisch. Braunes Steinzeug wurde hier nicht fabricirt. - In der 
Sammlung finden wir einen Krug (Nr. 2) mit durchbrochener Sternrosette 
in der Mitte, ferner die mit aufgelegten Rosetten verzierten Krüge 
Nr. 37, 21, 30 und 18. Andere mit aufgelegten Blumen und eingeritzten 
Ranken wie Nr. 16, an welchen wir die Jahreszahl 1688 und den Reichs- 
adler sehen, ferner Nr. 12 und Nr. 25, dann das Schreibzeug Nr. 13 
und endlich zwei Krüge, die schon dem 18. Jahrhundert angehören, 
Nr. 14 und 4 dürften ebenfalls aus dem Kannenbäckerländchen stammen. 
- An Abbildungen haben wir bei Demmin M) eine Schüssel aus Grenz- 
hausen und bei Essenwein") zwei Steinzeugkrüge ebendaher. 
Da erst durch die Abhandlungen von Dornbusch einige Sicherheit in 
der Beurtheilung des niederrheinischen Steinzeuges möglich geworden ist, 
mussten sich die meisten Museen und Publicationen begnügen ihre hieher 
gehörigen Objecte einfach unter dem vielumfassenden Namen wnieder- 
rheinisches Steinzeugu zu gruppiren. Unter dieser Bezeichnung finden wir 
denn auch bei Demrnin"), in wKunst und Gewerbe"), bei Becker-Hefnef"), 
Brongniart"), Lievre") und Hefner v. Alteneck") zahlreiche Abbildungen 
und endlich noch eine Serie von 38 Photographien von niederrheinischen 
Steinzeugkrügen der ehemaligen Sammlung Weckherlin"). 
Es bleibt uns nun noch eine Gattung keramischer Erzeugnisse zu 
besprechen. die sich erst zu Ende des 16. Jahrhunderts entwickelt hat 
und den Namen Kreußen er Steinzeug führt. Auch hier zwingt uns 
die spärliche Literatur zu Bemerkungen allgemeinen Inhalts. Die nach 
diesem südlich von Beireuth gelegenen Orte Oberfrankens benannten 
Steinzeuggefäße sind in keramischen Sammlungen so wie im Privat- 
besitze zahlreich anzutreffen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass ihre 
Fabrication nicht auf Kreußen allein beschränkt, sondern in ganz Ober- 
J") Seit x879 befindet sich daselbst eine keramische Fachschule zur Wiederbelebung 
der allen Industrie. 
") a. a. 0. PI. 182. 
") a. a. O. T. XCIX Fig. 1 und z. 
") a. a. O. PI. 3. 4, 53, 54, 103, 18: und 182. 
"J 1868 Beil. 39; 1872. S. 489; 1880 Beil. Nr. 16. 
I1) a. a. o. 1. "r. 23 A,B; m. T. 34 c. 
") Le musäe cöramique. PI. 44, Fig. 2 und 5. 
G) Coll. Sauvageot II. PI. 78, Fig. 3. 
") Kunslkammer etc. T. 7 und 50. 
"') Vases an gräs des XVIC et XVIIC siäcles de la cullection de M. W. d: Weckherlin 
ä La Huye.
	        

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