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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 120)

auf den Wunsch des Reichenberger Gewerbevereins nach Schluss der 
Ausstellung in Teplitz noch durch vierzehn Tage in Reichenbcrg ausv 
gestellt werden. 
Die historische Ausstellung kunstgewerhlieher Erzeugnisse 
zu Frankfurt a. M. 
Unter den Ausstellungen ähnlicher Art, die im Laufe dieses Jahres 
- in Mittel-Europa stattfanden, nimmt die Frankfurter Ausstellung eine her- 
vorragende Stellung ein, nicht blos der Gegenstände wegen, die zur Aus- 
stellung kamen, sondern noch mehr wegen der Zielpunkte derselben. Denn 
diese Ausstellung, die auf Anregung der polytechnischen Gesellschaft zu- 
Stande kam, ist der Vorläufer eines Museums, mit welchem eine Modellir- 
und Zeichenschule in Verbindung gebracht werden soll, in ähnlicher Weise, 
wie es in Wien im Oesterreichischen Museum der Fall ist. Die Frank- 
furter polytechnische Gesellschaft hat ein Comite von Kunstfreunden ein- 
berufen, in welchem auch die Kunstfreunde aus Mainz, Olfenbach, Hanau, 
Darmstadt, Bockenheim etc. vertreten sind. Als Ehrenpräsident des Aus} 
stellungs-Comite fungirt Fürst Carl A. zu Hohenzollern und als Prä- 
sident der Stadtrath Dr. D. Sauerländer nebst 34 Mitgliedern. Den Be- 
mühungen dieses Comites ist es zu danken, dass die Ausstellung so reich 
beschickt und dass es ermöglicht wurde, ein Bild der hervorragendsten 
Stücke der Sammlungen der Kunstfreunde Frankfurts und der Umgegend 
zu geben. 
Der Katalog umfasst 2183 Nummern und 87 Medaillen: Unter den 
Ausstellern ist der deutsche Kaiser, die Grossherzoge von Hessen und 
Weimar, der Fürst Hohenzollern, die Herzoge von Sachsen-Co- 
burg und Sachsen-Meiningen, die Fürsten Waldeck und Ysen- 
burg, die Grafen Erbach und Eltz, die Museen von Cassel, Mainz, 
Wiesbaden, Darmstadt, das Domcapitel von Limburg u. s. w. vertreten. - 
Den ersten Rang nehmen selbstverständlich die Frankfurter Kunstfreunde 
ein, die sich, mit Ausnahme der Rothschi1d's, bei diesem Anlasse 
eingefunden haben, die Brentano, Bethmann, Cornill, Metzler, 
Milani, Oppenheim, Gontard, Freiin von Blittersdorf und wie 
sie alle heissen mögen, die sich in der stattlichen Liste der Ausstellung 
namentlich angeführt finden. 
Die Frankfurter Ausstellung ist keine vereinzelte Erscheinung im mo- 
dernen Culturleben. Aehnliche Ausstellungen wurden in Mailand, Dresden 
in das Leben gerufen; im nächsten Jahre soll in einer der Hauptstädte des 
Rheines eine ähnliche Ausstellung veranstaltet werden. Ueberall sucht 
man durch Museen eine Brücke zwischen der Vergangenheit und Gegen- 
wart zu schaffen und die Werke der guten Zeit unserer arbeitenden Ge- 
neration nutzbar zu machen. 
Die Ausstellung findet im Palast des Fürsten von Thurn-Taxis 
statt, der im Jahre 1730 durch den italienischen Architekten Dell' Opera
	        

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