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Volltext: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe X (1875 / 121)

(Geschenk) Die Glasmanufactur von J. S c h r e i b e r 's N e ffe n hat 
dem Museum eine Tasse mit Emaildecor zum Geschenk gemacht. Die 
Erfindung dieses Decors geht von dieser Anstalt aus und findet insbe- 
sondere in Frankreich Anerkennung. 
(Kunstgewerbesohule des Oesterr. Museums.) Das neue Schul- 
jahr beginnt am i. October. Die Einschreibungen der neu eintretenden 
Schüler finden daselbst am 4., 5. und 6. October von g-iz Uhr Vor- 
mittags statt. Die revidirte Schulordnung und der Lehrplan sind bei dem 
Portier des Museums zu haben. 
(Neu ausgestellt.) Heilige Familie, Glasgemalde von Anton Kirchreiter in 
München, Geschenk Sr. Majestät des Kaisers an das Museum; -- Uhr und zwei Leuchter 
in Bronze, französisch , ausgestellt durch M. Halbkram, Uhrmacher; - deutsche 
Schmuckgegenstande, i7. Jahrh.; - Silhercapsel mit durchbrochener Arbeit, im lnnern 
eine Holzschnitzerei, russisch, Eigenthum Sr. Excel]. des Herrn Bischof Strossmeier; -- 
Steingutkrug von Kreussen, Geschenk an das Museum; - italienische Schwarzstickerei, 
Eigenthum der Frau Helene Loos. 
(mchel-Angelo-Feier.) Während der Festwoche der Michel-Angelo-Feier fand 
im Museum eine kleine Ausstellung von NVerken Michel-Angelds in Kupferstichen, Chromo- 
lithographien und Photographien nach Werken dieses Künstlers (insbesondere den Hand- 
zeichnungen Michel-Angeltfs in der Oxforder Bibliothek) im Saale Vll statt. Bekannter- 
massen hat das Museum einen reichen Schatz von Gypsgüssen nach Werken Michel-Angelds, 
und zwar die Pietä (in der Peterskirche), den Cupido (im Kensington-Museum), zwei 
Madonnen in Relief, den Brutus, den Kopf des David (in Florenz), den Sclaven (im Louvre), 
die reducirten Statuen des Giuliano und Lorenzo Medici und des Moses, die bestrittene 
Madonna von Brügge (vergl. die Notiz in d. BlJ, die vier Allegorien von den Medicecr- 
grabern in der Reduction von Giovanni da Bologna, die Abgüsse einer Wachsbossirung 
von diesen Gräberfiguren und die Beine der Skizze für den Christus in der Kirche Mi- 
nerva (in Rom), endlich eine gleichzeitige Portriitbüste Michel-Angelds - so dass der 
Besucher des Museums sich ein approxirnativ richtiges Bild der NVirksamkeit Michel-Angeltfs 
machen konnte. 
(Besuch des Museums.) Die Sammlungen des Museums wurden im Monat 
September von 14.068, die Bibliothek von Gio Personen besucht. 
(Eine allgemeine Zeichenschule) wird mit Genehmigung Sr. Excellenz des 
Herrn Ministers für Cultus und Unterricht mit dern Schuljahre i875]76 im Vl. Bezirke, 
Gumpendorferstrasse Nr. 106 in Wien, eröKnet, durch welche dem Bedürfnisse der ge- 
werbetreibenden Bevölkerung nach einem ltunstgewerhlichen Zeichenunterrichte in um- 
fassender Weise entsprochen wird. Die bisherige Manufactur-Zcichenschule in 
dem genannten Gebäude wird der allgemeinen Zeichenschule in Form eines Separatcurses 
für Textilindustrie, rticksichtlich Manufacturzeichnen, organisch angeschlossen werden. 
Die Aufnahmsbedingungen werden seinerzeit bekannt gegeben werden. 
(Die Faohsohule für Thonindustrie in Zuaim) wurde während des letztver- 
llossenen Schuljahres im Ganzen von m6 Schülern besucht, und zwar: die Elementarclasse 
von 55, die Fachclasse von St; von letzteren erhielten zi Unterricht im Modelliren. 
Theils wegen Veränderung des Domicils und theils wegen geänderten Berufs traten im 
Laufe des Jahres 33 Zöglinge aus der Anstalt aus, so dass schliesslich 73 Schüler ver- 
blieben, deren Fleiss und sittliches Verhalten vollkommen befriedigte. Der Modellir- 
unterricht bot bisher grosse Schwierigkeiten, da bei den Schülern fast jede Vorbildung 
hiefur fehlte. Mehrere Fabrikanten unterstützten die Anstalt dadurch, dass sie das Brennen 
der in der Schule geformten Gegenstände übernahmen. Ausserdern wurden von der Ge- 
meinde und einigen anderen Gönnern Geldbeträge gespendet, um damit die vorziiglichsten 
Schüler zu prarniiren. Der mährische Landtag hat für das nachstkommcnde Schuljahr 
sechs Stipendien zu 5c iL, ferner die Brünner Handels- und Gewerbekammer auf die 
Dauer von drei Jahren zwei Stipendien zu ioo H. ftir Zöglingtfdiescr Fachschule bewilligt. 
(Stipendium Hi: einen Glseleur.) Aus der -Schwarz-Senborn-Stiftungw 
ist Rlr einen jungen Mann, der sich in Paris eine vollkommene Ausbildung in der Ciselir- 
kunst aneignen will, ein Stipendium zu vergehen, welches in dem Reisekostenbetrage 
von i25 Francs für die Reise nach Paris, in einem monatlichen Sustcntations-Betrage von 
i5o Francs während der Zeit des Aufenthaltes daselbst und in dem Rcisekostenbetrage 
von 115 F rancs für die Rückreise besteht. Die Aufenthaltsdauer in Paris ist vorläufig auf 
zwei Jahre bestimmt, kann jedoch, wenn sich dies als erforderlich herausstellt, auch ent- 
sprechend verlängert werden.
	        

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